WIEN 2022

mit detailiertem Branchenverzeichnis BURGENLAND 2022 NIEDEROSTERREICH WIEN wirtschaft planen bauen architektur Vermittlung | Beratung Bewertung | Verwaltung Baumanagement Wir leben Immobilien. ehl.at

BAUT AUF IDEEN www.swietelsky.com

5 5 Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser! „Qualität zahlt sich immer aus“, so lautet eines meiner Credos, denen ich schon lange die Treue halte und die sich entsprechend bewährt haben. Warum ich Ihnen das erzähle?! Nun, vor Ihnen liegt die aktuell 260 Seiten starke Jahres‐ ausgabeWien, NÖ, Burgenland 2022 vonarchi‐ tektur planen bauen wirtschaft. Warum dies‐ mal „nur“ 260 Seiten? Erstens weil die Qualität zählt! Zweitens, weil die Auswirkungen von Corona und Ukraine-Krieg in Form von Inflation und in deren Folge exorbitant gestiegener Mate‐ rial- und Lieferkosten auch an der Medienbran‐ che nicht spurlos vorübergehen. Als ordentlicher Kaufmann, der ich bin, kann ich diese Entwick‐ lungen nicht ausblenden oder gar ignorieren. Dieses Magazin hat daher weniger Seiten als jene der Vorjahre, aber dafür ist es nun über‐ sichtlicher und vor allem handlicher geworden. Am Ende hat also jede Veränderung auch ihre rein praktischen Vorteile. Diejenigen unter meinen Ansprechpartnern in der Branche, die sich in der Vergangenheit auf Grund des enor‐ men Umfangs inhaltlich und/oder werblich nicht beteiligen wollten, können 2023 Ihre Chance nutzen, wieder oder erstmalig mit an Bord zu gehen. Die, die schon mehr oder weniger lange bei uns vertreten sind, werden auch weiterhin bei uns bleiben, weil sie erkennen, dass schluss‐ endlich Qualität zählt und nicht allein Quantität. Mir persönlich, meine lieben Leserinnen und Leser, ist es egal, wie umfangreich das Magazin ist, denn für mich ist es wichtiger, dass ich Ihnen – wie auch in dieser Ausgabe – einen quer‐ schnittsmäßigen Überblick über das heimische Architekturschaffen und die Bauwirtschaft bieten kann. Auf Sie, die meine Arbeit und die Arbeit meinesTeams schätzen und genau wissen, wie viel Herzblut und Leidenschaft ich seit mehr als 10 Jahren in diese Publikation stecke und welche Gedanken ich mir beim Gestalten der redaktio‐ nellen Inhalte und der Werbeseiten für meine Kunden mache, zähle ich heute und in Zukunft. Meine große Freude an der Medienarbeit spürt man, wenn man die aktuelle Ausgabe aufmerk‐ sam betrachtet. Sie werden darin wieder eine Vielzahl der großen Branchen-Player finden, aber sicher auch die eine oder andere „Überra‐ schung“ unter den Neukunden. Ich möchte nicht zu viel verraten und Sie, liebe Leserinnen und Leser, zumwiederholten Male einladen, gemein‐ sam mit mir tief in Ihre Branche einzudringen. Ich wünsche Ihnen noch ein angenehmes Stö‐ bern durch die aktuelle Bauwirtschaft in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in der aktuellen Ausgabe, die jetzt vor Ihnen liegt. Dies nicht, ohne einen Blick in die Zukunft zu werfen, denn ich bin mir sicher, dass wir auch 2023 und in den darauffolgenden Jahren wieder informa‐ tive, spannende und für die Zielgruppen rele‐ vante Jahresmagazine auf den Markt bringen werden. Ihnen noch eine angenehme Zeit und bis bald, Ihr Horst D. Ortkamp Geschäftsführer Orka Media International s.r.o. Was zählt, ist die Qualität – heute und in Zukunft!

Foto: © Martin Steinkellner Doppelseite, oben: Eichenstraße, Wien (Projekt: TRIVALUE, 6B47 und SORAVIA; Architektur: AllesWirdGut /feld72/expressiv) linke Seite: Med Campus Linz, 4020 Linz, (Architektur: Lorenz Ateliers ZT Gmbh) rechte Seite, 1. Reihe links: FH St. Pölten – A-3100 St. Pölten (Architektur: ARGE NMPB + FCP, NMPB Architekten ZT GmbH) rechte Seite, 1. Reihe rechts: Zentrum für Bildung Oberwart (Architektur: Franz und Sue ZT GmbH) rechte Seite, 2. Reihe: The Leo Grand – 1010 Wien, Bauernmarkt (Architektur: M&S Architekten ZT GmbH) ALTHERM ENGINEERING GMBH GRUNDAUERWEG 6 A-2500 BADEN T +43 2252 84120 OFF I CE@ZFG.AT P LA NUNG + Ö B A HAUSTECHNIK ELEKTROTECHNIK FÖRDERTECHNIK ALTERNATIVE ENERGIEKONZEPTE SONDERANLAGEN

Foto: © M&S Architekten ZT GmbH Foto: © Hertha Hurnaus Foto: © Franz&Sue Foto: © AllesWirdGut/feld72 Z F G - P R O J E K T G M B H GRUNDAUERWEG 6 A-2500 BADEN T +43 2252 84120 OFF I CE@ZFG.AT P LANUNG + Ö B A HAUSTECHNIK ELEKTROTECHNIK FÖRDERTECHNIK ALTERNATIVE ENERGIEKONZEPTE SONDERANLAGEN Z F G - P R O J E K T

8 INHALT Take-Off gelungen: Terminal 2 als neuer alter Airport-Hotspot 16 Zahlreiche attraktive Features sorgen für ein First-Class-Reiseerlebnis am Flughafen Wien-Schwechat VIE-Terminal 2: Leistungsstärke und Detailarbeit 28 rhtb: stellt am Flughafen Wien einmal öfter höchste Kompetenz im Bereich trockener Innenausbau unter Beweis The Metropolitan – Wohntraum beim Hauptbahnhof Wien 30 Delugan Meissl Associated Architects sorgen für ein architektonisches Highlight in anspruchsvoller, wenngleich idealer urbaner Lage Hotel Indigo Vienna verleiht 5. Bezirk besondere Note 36 Polarisierende Knitter-Fassade als besonderes Wiedererkennungsmerkmal und spezielle Interpretation der historischen Nachbarschaft Marina Tower als architektonische Landmark am Donauufer 42 Im Fokus:Top-Lösungen für die Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner Musik liegt in der Wiener Hotelluft 50 Projektentwickler MTK realisiert für Steigenberger Lifestyle-Hotel „Jaz in the City“ Das beste aus allen Welten. 56 ScheiblhofersThe Resort – ein ideales Miteinander von Wein, Architektur und Hotellerie Biologiezentrum der Uni Wien mit Leben erfüllt 62 Qualitativ hochwertige Planung und gediegene Materialität führte zu einem alle Seiten zufriedenstellenden Ergebnis Neue Apartments im Hotspot-Quartier St. Marx 68 Nach der Fertigstellung wird VBC4 zu Rioca by iLive und sorgt für viel attraktiven, temporären Wohnraum Kleintierklinik an der VetMed Wien in Betrieb 72 Bundesimmobiliengesellschaft investierte rund 39 Millionen Euro in internationale Vorzeige-Uni BRG/BORG Lessinggasse – eine gelungene Fusion 78 von Alt und Neu Aus 2 mach 1: Gymnasien in der Vereinsgasse und Hegelgasse wurden zu einer Schule mit 46 Klassen und hoher Aufenthaltsqualität zusammengefasst Attraktive Wohnhausanlage in der Landstraßer Hauptstraße 80 fertiggestellt Die Stakeholder – ARE, ARGE MAGK Architekten Aicholzer|Klein/g.o.y.a. Group OfYoung Architects und HABAU – ziehen ein positives Resumée Wohnhausanlage Inside XIX mit European Property 86 5-Star-Award ausgezeichnet Ob old style oder new fashion – in vornehmster Lage Wien-Döblings sich hochwertig wohnen PEMA 3 – neue Landmark auf dem Innsbrucker Bahnhofsareal 90 Vom Wettbewerb bis zur Fertigstellung: Erfolgreiche Umsetzung eines markanten Hochhausprojekts in derTiroler Landeshauptstadt Austro Tower vollendet Quartiersentwicklung TownTown 100 TownTown, ein urbanes Quartier mit Büros, Wohnungen, Gewerbe-, Freizeit- und Gastroflächen prägt ganze Stadtregion Quartier Lassalle bereichert praternahen Office-Standort im 104 2. Wiener Bezirk Gelungene Sanierung und Weiterentwicklung eines Holzbauer‐Bauwerks mit ikonographischer Fassade Kompakter Wohnturm am Genochplatz 114 Nach Plänen von HAWLIK GERGINSKI Architekten errichtet C&P leistbaren Wohnraum im neuen urbanen Zentrum im Norden Wiens Wohnen im Kirschblütenpark 118 HAWLIK GERGINSKI Architekten planen für Entwickler Zima erste Wohnhausanlage in Wien Forschungs-Hotspot Informatikum Eisenstadt. 122 DSL2 für ein Plus an Innovation bei Digitalisierung und Sicherheit. ÖBB – Bildungscampus St. Pölten in Betrieb 124 Fertigstellung einer wichtigen Aus- und Weiterbildungsstätte erfolgte „just in time“ FH Campus Wien entwickelt sich zur Science City – erste 128 Erweiterung Baumschlager Eberle Architekten realisieren zeitgemäßes Fachhochschulgebäude im 10. Wiener Gemeindebezirk architektur

9 EDITORIAL INHALT Nachhaltige und hochwertige Wohnarchitektur 132 LAXUXY – Laxenburger Straße 2 wird zum „laxuriösen“ Wohnbereich mit bester Anbindung an das Öffi-Netz KinderKunstLabor fördert Gemeinsamkeit und Kreativität 134 Schenker Salvi Weber Architekten verbauen in St. Pölten viel Holz Campus der Religionen in derSeestadt Aspern 136 Burtscher-Durig ZT GmbH entwirft einen offenen Ort der Seelsorge, der Bildung und des kulturellen Austausches Wohnen am Wasser: Flagship-Projekt vom Stapel gelassen 138 Von Glorit geplant: An der Oberen Alten Donau entstehen exklusive Eigentumswohnungen direkt am Ufer Neue Seehäuser am Sonnenweiher Grafenwörth 140 206 Wohneinheiten erfüllen den Wunsch vieler nach Wohnen am Wasser planen TwentyOne – ein Quartier, drei Säulen, sechs Hubs 164 Nachhaltige Quartiersentwicklung bietet ideale Bedingungen für wichtige Bereiche des Alltags – Arbeit, Freizeit, Mobilität, Konnektivität etc. the one ist der höchste der drei Wohntürme von THE MARKS 170 Die Entwickler Neues Leben und WBV-GPA versprechen sich von the one, geplant vom StudioVlayStreeruwitz, spektakuläre Ausblicke und vieles mehr Mit dem Q-Tower wächst ein ikonischer Turm in lichte Höhen 171 ÖSW und RLP entwickelten bzw. planten mit dem Q-Tower ein neues Landmark im aufstrebenden Grätzel Erdberger Mais HELIO TOWER als Teil des THE MARKS-Trios vor Fertigstellung 172 BEHF Architects planten einen nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Wohnturm im Stadtentwicklungsgebiet Erdberger Mais Schlossquartier Eisenstadt nach zweijähriger Bauzeit 174 fertiggestellt Esterhazy Betriebe präsentieren ein hochwertiges Stadtquartier mit Wohnungen, Hotel & Gastronomie sowie Officeflächen Modernisierung in 16 Teilbereichen 178 Bund und Stadt Wien investieren am gemeinsamen Standort von AKH Wien und MedUni Wien bis 2030 rund 1,4 Milliarden Euro The Barcode – mit Reminiszenzen an die „roaring Sixties“ 180 Architects Collective baut am gemeinsamen Standort von AKHWien und MedUni Wien Personalwohnhaus zu einem modernen Büroturm um Quartier „Am Seebogen“ aspern Die Seestadt Wiens wächst 186 Adelung der qualitativ hochwertigen Quartiersentwicklung zum Gebiet der Internationalen Bauausstellung IBA_Wien 2022 DANUBEFLATS – ein Landmark, das auf den ersten Blick fasziniert 190 „The one and only“ der Projektpartner S+B Gruppe und SORAVIA entsteht an einem der begehrtesten Plätze Wiens Bildungscampus Landgutgasse mit hohem Freiflächenanteil 198 Schluder Architekten planen gemeinsam mit iC consulenten großen Bildungsbau im Stadtentwicklungsgebiet Neues Landgut Lernen und spielen am Rande der „grünen Lunge“ Wiens 202 POS Architekten planen Bildungscampus Heidemarie Lex-Nalis in der Rappachgasse und damit unweit der ehemaligen Donau-Auen DC Musicflats im Herzen der D-City 206 Ein Vorzeige-Wohnprojekt, das speziell für die Bedürfnisse von Musikerinnen und Musiker entwickelt wurde. Drei Teilprojekte bilden die attraktive DC Waterline 208 DC Bildungscampus, DC Innovationscampus und DC Musicflats tragen entscheidend zur Vielfalt in der D-City bei IBA-Vorzeigeprojekt Stadtteil LebenscampusWolfganggasse 210 Auf einer Fläche von 31.000 m² entstehen rund 850 geförderte Wohnungen unterschiedlichster Bauträger Wundersame Wandlung: Ehemalige Komet-Gründe werden 216 zum vielfältigen VIO Plaza Nach Plänen der Delta Podsedensek Architekten entsteht inWiens 12. Bezirk ein neuer Stadtteil mit Büros,Wohnungen, Hotel & Gastronomie, einem Einkaufszentrum u. v. m. Medical Center Süd neues Gesundheitszentrum für Liesing 222 AWArchitekten planen im Süden Wiens eine moderne und attraktive medizinische Primärversorgungseinheit Erweitertes und saniertes Wien Museum als 226 Ausstellungs-Hotspot am Karlsplatz Nach Plänen der Architekten-ARGE Winkler+Ruck/Certov erhält ein denkmalgeschützter Kulturbau Wiens ein neues Antlitz SAN Group baut Biotech Park in Herzogenburg 142 40 Mio. Euro-Investition: Bis Ende 2023 entstehen eine neue Regionalzentrale und ein globales F&E-Zentrum Neue Unternehmenszentrale der HMI Group in Mödling 144 Moderner Firmenstandort vereint Kernbereiche mit den Tochterunternehmen zu einem großen Ganzen Althan Quartier mit vier Bauteilen in Realisierungsphase 148 Zentral gelegenes Großprojekt punktet mit Nachhaltigkeit und einem idealen Nutzungsmix Sanierung und Erweiterung des Parlaments abgeschlossen 158 Pandemiebedingte Verzögerungen, Lieferkettenunterbrechungen und Kostensteigerungen konnten das ehrgeizige Bauvorhaben nicht stoppen bauen

10 INHALT Schnellstraße S7 als wichtiges Ost-/West-Infrastrukturprojekt 230 ASFINAG: Baufortschritt liegt trotz diverser Krisen und Mängel im Plansoll Generalsanierung Hochstraße St. Marx biegt in die Zielgerade 232 Straßenerhalter ASFINAG finalisiert Erneuerung eines „Herzstücks“ der meistbefahrenen Straße Österreichs InsÖffi-Projekt U2×U5 trotzt Herausforderungen 236 Tunnelbauwerke des Jahrhundertprojekts der Wiener Linien werden Schritt für Schritt vorangetrieben U2-Stammstrecke wird zukunftsfit gemacht 240 Wiener Linien realisiert umfassende Modernisierung zwischen den Stationen Karlsplatz und Rathaus Neue Straßenbahnlinie 27 auf Schiene 242 Stadt Wien und Wiener Linien weiten Öffi-Netz im Norden Wiens aus und setzen „grüne“ Impulse Pottendorfer Linie der ÖBB wird weiter ausgebaut 244 Neue Streckenabschnitte und neue Bahnhöfe bringen Verbesserungen für Bahnreisende, Pendler und Anrainerschaft Franz-Josefs-Bahnhof wird modernisiert 248 ÖBB investieren in die Sanierung und teilweise Erneuerung dieser wichtigen Nahverkehrseinrichtung wirtschaft Editorial/Horst Ortkamp 3 Ausgezeichnet: Die besten Holzbauprojekte 2022 10 Der Fokus der woodencity – proHolz StudentTrophy 22 lag auf der städtischen Nachverdichtung Redaktionspartnerverzeichnis 250 Branchenverzeichnis 252 Impressum 258 redaktion

11 www.hmi.co.at ANLAGENBAU • LÜFTUNGSTECHNIK INSTALLATIONEN • ELEKTROTECHNIK KÄLTE- & KLIMATECHNIK • MSR

REDAKTION 12 Ausgezeichnet: Die besten Holzbauprojekte 2022 Der Fokus der woodencity – proHolz StudentTrophy 22 lag auf der städtischen Nachverdichtung Der internationale Wettbewerb proHolz Student Trophy widmete sich in seiner vierten Ausgabe unter dem Titel woodencity der ur‐ banen Nachverdichtung – einer der gegenwär‐ tig zentralen Aufgaben nachhaltiger Stadtent‐ wicklung. Rund 300 Studierende von 29 Hochschulen aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowe‐ nien und Russland reichten ihre Holzbauideen für drei konkrete Bauaufgaben in München, Berlin und Wien ein. Eine hochkarätige Jury wählte aus den insgesamt 91 Einreichungen zum Wettbewerb zehn Projekte aus, die im Rahmen einer Festveranstaltung an der Tech‐ nischen Universität Wien ausgezeichnet wur‐ den. Dotiert war der Wettbewerb mit insge‐ samt 16.000,– Euro. Für die proHolz Student Trophy 22 kooperierte proHolz Austria in Zu‐ sammenarbeit mit proHolz Bayern erstmals mit den Städten München, Berlin und Wien. „Mit der proHolz Student Trophy möchten wir junge Menschen in Ausbildung für das vielseitige Material Holz begeistern und an‐ hand konkreter Aufgabenstellungen eine the‐ oretische wie praxisbezogene Vermittlung von Knowhow erreichen. Ziel ist es, die klimawirk‐ samen Eigenschaften und gestalterischen Möglichkeiten des Baustoffs Holz in Zukunft noch stärker zum Einsatz zu bringen,“ so Ri‐ chard Stralz, Obmann von proHolz Austria. Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz Städte erleben enormen Zuzug. Für Mün‐ chen wird in diesem Jahrzehnt ein Zuwachs von 140.000, für Berlin von 260.000 und für Wien von 120.000 Menschen erwartet. Die Städte stehen vor der Herausforderung,Wohn‐ raum und Infrastruktur zu schaffen, dabei aber die Bodenversiegelung einzubremsen und den Klimazielen zu entsprechen. Der Baustoff Holz gewinnt in diesem Kontext mit seinen zahlrei‐ chen Qualitäten und Vorteilen zunehmend an Bedeutung. Mit Holz zu bauen, bedeutet, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und Ressourcen zu schonen. Die Siegerteams aus München, Berlin undWien mit ihren BetreuerInnen sowie ProponentInnen desWettbewerbs. Foto: © proHolz Austria/Redtenbacher

13 REDAKTION „Wir bauen nicht um des Bauens willen, wir bauen für Menschen. Gebäude müssen den Menschen dienen und ihr ökologischer Fußabdruck muss möglichst klein sein. Das bedeutet sorgsamen Umgang mit den Res‐ sourcen, auch mit dem nachwachsenden Roh‐ stoff Holz, und langlebige, rückbaubare und wiederverwendbare Konstruktionen. Nehmen wir Bauen im gesellschaftlichen Kontext ernst, landen wir selbstverständlich beim Holz‐ bau“, betont Alexander Gumpp, Vorsitzender von proHolz Bayern. Nachverdichtung ist angesichts wachsender Städte das Gebot der Stunde: Sie passiert in Form von Anbauten, Aufstockungen, Ergän‐ zungen und Erschließungen von Baulücken. Holz ist für innerstädtische Nachverdichtungen aus unterschiedlichen Gründen ideal: Durch sein geringes Gewicht und seine hohe Festig‐ keit kann es insbesondere bei Anbauten und Aufstockungen gut verwendet werden. Gleich‐ zeitig bietet der hohe Vorfertigungsgrad viele Vorteile: Kürzere Bauzeiten, saubere Baustellen und geringere Lärmentwicklung tragen dazu bei, die Beeinträchtigungen für die Anrainer‐ schaft hintan zu halten. Fünfseithof, Neighbourwood, FLEX Bei den ausgewählten Bauaufgaben ging es darum, leistbarenWohnraum in bestehen‐ den Arealen und in Interaktion mit bestehen‐ den Gebäuden neu zu schaffen. Die drei bes‐ ten Entwürfe kommen von den Teams AnnaMaria Brendel, Vincent Schmitt und Samuel Weitzbauer (Technische Universität München) für ihr Projekt „Fünfseithof“ für das Gelände der ehemaligen Funkkaserne in München, von Daniel Geistlinger, Moritz Henes und Frederike Geissler (Technische Universität Berlin und Hochschule Biberach) für ihr Projekt „Neigh‐ bourwood“ für das Stadtquartier beim ehe‐ maligen Haus der Statistik in Berlin und von Dominik Fellinghauer, Luciano Espinoza und Diamant Sopi (Technische Universität Wien) für ihren Vorschlag „FLEX“ für die Wohn‐ hausanlage Karl-Kysela-Hof der Stadt Wien/ Muenchen Fünfseithof © proHolz Austria Wien Sieger FLEX© proHolz Austria Berlin Neighbourwood Aussenperspektive© proHolz Austria

REDAKTION 14 WienerWohnen aus den Jahren 1967 bis 1969 in Wien Ottakring. Zusätzlich wurden je Bau‐ aufgabe zwei Anerkennungspreise vergeben und aus allen Einreichungen ein Sonderpreis gekürt. Die Jury freut sich über die hohe Qualität der Einreichungen: „An den Beiträgen der Studierenden lässt sich das Potenzial der Nachverdichtung mit Holz und einer maßstabs‐ gerechten Quartiersentwicklung erkennen. Die eingereichten Arbeiten belegen teilweise ein sehr hohes Niveau in der Detailplanung. Dies verdient hohe Anerkennung und zeigt, wie wichtig es ist, dass der Holzbau in der Lehre verankert ist,“ so die Juryvorsitzenden Michael Schluder und Maximilian Rudolf Luger. Wien-Sieger „FLEX“ Wiewohl alle drei Preisträger eine nähere Betrachtung wert wären, ist für diese Publika‐ tion der Wien-Beitrag natürlich von besonde‐ rem Interesse. Mit dem Projekt „FLEX“, der die Erweiterung des Karl-Kysela-Hofs inWien Ottakring zumThema hat, reüsierte das Team Dominik Fellinghauer, Luciano Espinoza und Diamant Sopi von der TU Wien. Als Betreuer fungierten Peter Bauer, Alireza Fadai, Bern‐ hard Holletschek, Daniel Stephan, Edmund Spitzenberger; Thomas Hasler, Lorenzo De Chiffre, Felix Siegrist. Das Wohnprojekt Flex überzeugt durch seinen städtebaulichen Ansatz: Ein L-förmiger Baukörper, etwas breiter als die Bestandsbau‐ ten, verbindet diese und den bestehenden Freiraum zu einem Ensemble. Die zurückver‐ setzte, zweigeschoßige Sockelzone schafft einen fließenden Übergang vom Grünraum zum Gebäude. Über einem mineralischen Erdgeschoß erhebt sich ein fünfgeschoßiger Holzbau, der auf einem strengen Raster auf‐ gebaut ist und eine flexible Grundrissgestal‐ tung zulässt. Das Treppenhaus, im inneren Winkel des Gebäudes gelegen, wird zur Kommunikationszone mit Aufenthaltsqualität. Zur Konstruktion: Der fünfgeschoßige Holzbau besteht aus Mittelwänden in Brettschichtholz und Außenwänden in Holzrahmenbauweise. Darüber spannen sich Holztrame in einem Achsraster von 3,2 Metern mit Deckenplatten aus Brettsperrholz. Die Balkone sind BetonFertigteilelemente. Über die proHolz Student Trophy Die proHolz StudentTrophy ist eine Initiative von proHolz, die seit 2016 biennal ausgelobt wird. Für die Einreichungen bilden Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens interdisziplinäre Teams, die von Lehrenden begleitet werden. Ziel des Wettbewerbs ist es, Studierende zur praktischen Auseinander‐ setzung mit dem modernen Holzbau zu brin‐ gen, sie für das vielfältige Material zu begeis‐ tern und Knowhow in der Verwendung von Holz als Baumaterial zu vermitteln. Infos zumWettbewerb und den prämierten Projekten: www.proholz-student-trophy.at Quellen: proHolz Austria TUWien ■ Wien Sieger FLEX© proHolz Austria

15 REDAKTION Die ständige Beobachtung und Analyse des Marktes durch unser Market Research Team sowie der laufende Dialog mit unseren KundInnen sind die Grundlage für die EHL Marktberichte. Unsere Marktberichte bieten einen umfassenden Einblick in die aktuelle Marktsituation im Gewerbe-, Wohn- und Investmentbereich und stellen eine solide Basis für gezielte Investitions- und Standortentscheidungen dar. Denn wir leben Know-how. Den Durchblick behalten. Mit den EHL Marktberichten. Know-how. Wir leben Alle EHL Marktberichte jetzt online abrufen oder kostenlos bestellen: ehl.at/research Wir leben Vorsorge Wir leben Immobilien. Vorsorgewohnungen in Wien Marktbericht | Herbst 2021 Wir leben Immobilien. Wir leben Office Büromarktbericht Wien | Frühjahr 2022 Zinshausmarktberic t Wien | 2022 Wir leben Substanz Wir leben Immobilien. Büro | Einzelhandel | Wohnen | Vorsorge | Zinshaus

REDAKTION 16 FUNK International Austria Kostensteigerung bei den Baumaterialen und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Projektgeschäft Redaktion: Die stetigen Preisanstiege bei Bauma‐ terialen – nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie – haben vielfältige Auswirkungen auf die Baubranche. Es wird für Bauherren zunehmend schwieriger, Partner zu finden, die feste Preise zusichern. Herr Bondi, wie wirkt sich diese Entwicklung auf Ihr Business Quartier „TwentyOne“ aus? Herr Bondi: Wir sind mit dem ersten Bauteil (Inno‐ vation Hub) im Finale, da leiden wir in manchen Berei‐ chen an den langen Lieferfristen, sind grundsätzlich aber nicht im Gesamtkonzept aufgehalten. Wir haben zwar bedingt durch die Pandemie, langen Lieferfristen und Verzögerungen in behördlichen Erledigungen eine Verzögerung in der Fertigstellung von insgesamt ca. 6 Monaten in Kauf nehmen müssen, dies liegt jedoch innerhalb unserer „konservativen“ Ansätze von Beginn an und verursacht daher keine nachhaltigen Probleme. Redaktion: Der Spatenstich für den Central Hub vom TwentyOne ist im Herbst geplant. Können Sie jetzt schon abschätzen, ob sich die Umsetzung vom Projekt verzögert oder schlimmstenfalls sogar unmöglich wird? Sind es bestimmte und nur einzelne Baustoffe, die knapp und immer teurer werden? Herr Bondi: Wir haben bei dem Projekt unsere Hausaufgaben gemacht und konnten Anfang Februar die entsprechenden Verträge mit einer Preisgarantie bis Ende 2024 unterschreiben. Grundsätzlich sind wir daher hier „safe“. Das größte Problem stellt hier die Verzöge‐ rung in der Erlangung der behördlichen Genehmigungen dar, die dazu führen können, dass wir aus den Fixpreis‐ garantien herausfallen und der Preis dann neu verhan‐ delt werden muss. Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir gemeinsam letztlich unseren Zeitplan einhal‐ ten können; sollten wir weitere Verzögerungen in Kauf nehmen müssen, muss die Kalkulation neu überdacht werden und ist eine Verschiebung des Baubeginns – mit schwierigen wirtschaftlichen Folgen – nicht auszu‐ schließen. Es sind einzelne Positionen, die als Preistreiber iden‐ tifiziert werden können. Stahl und Aluminium aus der Ukraine und Russland, Bauholz, Energiepreise. Die Summe der einzelnen Positionen führt zu einer nachhal‐ tigen Verteuerung im Bau, die aus meiner Sicht auch nicht mehr reversibel ist. Redaktion: Die Anhebung der allgemeinen Bau‐ preise und die Verzögerungen bzw. Verlängerungen von Bauzeiten resultieren in einem Kostenanstieg für Versi‐ cherungen von Großbauvorhaben. Sind diese Preisstei‐ gerungen gerechtfertigt? Welchen Verhandlungsspiel‐ raum bieten Versicherungen hier an? Herr Heinisch: Da der Bauboom weiterhin anhält, hat auch die Nachfrage nach kombinierten Bauwesenund Haftpflicht-Versicherungen für Großbauprojekte stark zugenommen. Daraus resultiert, dass im Projekt‐ geschäft auch die Schadenzahlungen stark steigen. Daraus resultieren Prämiensteigerungen von durch‐ schnittlich zehn Prozent, da natürlich auch die Versiche‐ rer wirtschaftlich kalkulieren. Erschwerend kommt hinzu, dass sich einige Versicherer aus diesem Geschäft zurückziehen, da es für sie nicht mehr rentabel ist und damit auch weniger Führungsversicherer zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass auch der Verhandlungsspiel‐ raum zunehmend eingeschränkter wird und es – vor Dr. Anton Bondi de Antoni Geschäftsführender Gesellschafter Bondi Consult Foto: © Katharina Schiffl Bondi Consult GmbH Rotenturmstraße 13 1010 Wien Copyright: Bondi Consult

FUNK International Austria 17 REDAKTION Mario Heinisch Geschäftsführender Gesellschafter Funk International Austria GmbH Foto: © Funk International Austria GmbH BarbaraWagner Bereichsleitung BauRisk & Real Estate Foto: © Funk International Austria GmbH allem bei Bauvorhaben mit sehr hohen Baukostenvolu‐ mina – immer schwieriger wird, ein Versicherer-Konsor‐ tium zu bilden. Herr Bondi: Es ist sehr schwierig für mich abzu‐ schätzen, welchen Einfluss die allgemeinen Kostenstei‐ gerungen auf die Versicherungsprämien haben. Ich hege die Befürchtung, dass die allgemeinen Kostensteigerun‐ gen generell dazu verwendet werden, Prämienerhöhun‐ gen zu argumentieren, obwohl es kaum zu höheren Inanspruchnahmen kommt (oder diese sogar mangels neuer Bauvorhaben sogar sinken). Es ist letztlich für mich als Bauträger eine Kalkulationsfrage, ob ich ein (für alle Beteiligten akzeptables) Gesamtpaket für die Versicherung schnüre oder aufgrund des Kostendruckes wieder auf das „alte“ System der Einzelversicherung aller Beteiligten zurückkehren muss. Bisher erkennen wir eher Einschränkungen in den Versicherungsleistun‐ gen (z.B. Pandemiefolgen) bzw. entsprechende Kosten‐ erhöhungen durch neue Modelle, die die Anforderungen neu definieren und im Interesse aller abbilden. Es ist schwierig, alle am Bau Beteiligten zu einer gemeinsamen Versicherung zu bewegen, da viele Fir‐ men unterschiedliche Grundversicherungen haben. Es wäre wünschenswert, wenn es hier mehr Flexibilität bei den einzelnen Unternehmen (und auch deren Versiche‐ rern) gäbe. Unternehmen, wo die Bautochter an den Konzern eine pauschale Umlage für Versicherungen abzuliefern hat, auch wenn sie in einer CAR des Bauher‐ ren eingebunden ist und diese eigentlich nicht braucht, sind nicht bereit und haben keinen Bedarf, andere Struk‐ turen zu akzeptieren. Wir haben bisher im Sinne einer Gesamtkostenbe‐ trachtung für uns das Thema entschieden. Die Versiche‐ rung ist vorgegeben und kostet x% des Auftrages, die Firmen kalkulieren das ein, ob sie zusätzliche interne Kosten haben ist nicht relevant. Bei steigenden Baukos‐ ten und steigenden Versicherungskosten wird diese Rechnung nicht mehr aufgehen. Eine Lösung dafür habe ich noch nicht und würde eigentlich erwarten, dass die Versicherer mit geeigneten Produkten auf uns zukom‐ men, die die Bedürfnisse aller Beteiligten abdecken. Frau Wagner: Es ist uns bewusst, dass es für die Bauherren oft sehr schwierig ist, die einzelnen am Bau Beteiligten von der Sinnhaftigkeit des Baugesamtkon‐ zepts zu überzeugen. Wir sehen darin aber mannigfaltige Vorteile, nicht nur für den Bauherren: Da alle am Bau Beteiligten über einen einheitlichen Versicherungsschutz verfügen, ent‐ fällt für den Bauherren der hohe administrative Aufwand der Überprüfung des ausreichenden Versicherungsschut‐ zes der am Bau Beteiligten. Die Einzelverträge bieten oft nur sehr niedrige Versicherungssummen, die zudem nicht objektbezogen sind. Das heißt es besteht durchaus die Gefahr, dass, wenn ein am Bau Beteiligter bei mehreren Bauvorhaben engagiert ist, die Versicherungssumme seines Einzelver‐ trages bereits bei einem „projektfremden“ Schadenfall ausgeschöpft ist und daher keine ausreichende Deckung besteht. Davon unabhängig gibt es bei Abschluss der Funk BauRisk-Polizze im Schadenfall kein „Negativkompe‐ tenzgerangel“ zwischen mehreren Versicherern, wo‐ durch langwierige Bauverzögerungen durch Beweisver‐ fahren vermieden werden. Aber auch auf Auftragnehmerseite überwiegen die Vorteile. So werden u.a. die eigenen Jahres-HaftpflichtVerträge aufgrund von Reserven oder Schadenzahlun‐ gen nicht belastet und es stehen viel höhere Versiche‐ rungssummen zur Verfügung. Redaktion: Der Informationsbedarf der Versicherer zur risikotechnischen Beurteilung ist mittlerweile sehr hoch. Viele Versicherer fordern zudem einen PandemieAusschluss für Projektdeckungen. Insbesondere bei großen Bauprojekten werden BetriebsunterbrechungsVersicherungen zur Abdeckung der finanziellen Folgen einer verspäteten Gesamtabnahme stärker nachgefragt. Ist aufgrund dieser Fakten eine Erhöhung der Prämien gerechtfertigt? Herr Bondi: Wir erleben derzeit die Situation, dass geringerer Deckungsumfang zu gleichen oder höheren Kosten angeboten wird. Das ist nicht spannend und zeugt auch nicht von Partnerschaft. Grundsätzlich bin ich gerne bereit, höhere Prämien zu zahlen, wenn ich sichergestellt habe, dass ich im Schadensfall auch tat‐ sächlich abgedeckt bin. Immer komplexere Bedingun‐ gen mit immer weitergehenden Ausschlussklauseln führen nicht nur zu einer Ablehnung, sich mit solchen Themen weiter zu beschäftigen, sondern auch zur Flucht aus den an sich tollen Gemeinschaftsprodukten zu einer Einzelversicherung für jeden Beteiligten. Als Lösungsan‐ satz würde ich hier eventuell ein Produkt sehen, dass entweder Prämien in Abhängigkeit der tatsächlichen Schäden festlegt oder aber großzügige Prämienrücker‐ stattungen bei Schadensfreiheit (wie immer diese defi‐ niert ist) vorsieht. Dieses Modell war in den späten 1980er/1990er Jahren aus meiner Sicht sehr erfolgreich und könnte auch den Versicherungsnehmer motivieren, nicht jeden noch so kleinen Schadensfall zu melden, wenn eine großzügige Prämienreduktion lockt. Herr Heinisch: Eine Prämienrückerstattung ist grundsätzlich eine attraktive Möglichkeit, die Prämie einzusparen, ist jedoch leider bei der Projektversiche‐ rung (Funk BauRisk) nicht möglich, da die Schadensfrei‐ heit ja erst festgestellt werden kann, wenn keine Schä‐ den mehr gemeldet werden können. Im Rahmen der Berufshaftpflicht gilt eine Nachmeldefrist von 10 Jah‐ ren nach Abschluss der Tätigkeit für das Bauvorhaben vereinbart. Sofern der Versictherte den Nachweis er‐ bringt, dass diese Frist von ihm unverschuldet versäumt wurde, sogar noch länger. Das heißt, die Schadenfrei‐ heit könnte frühestens 10 Jahre nach Abnahme festge‐ stellt werden. Hinzu kommt noch die Extended Maintenance, die je nach Projekt für 24 oder 36 Monate vereinbart gilt. Dies würde praktisch bedeuten, dass eine Bonusrege‐ lung erst nach Ablauf dieser Frist umsetzbar wäre. Den Vertrag über einen derart langen Zeitraum nicht abzu‐ rechnen, ist für den Versicherer nicht machbar. Redaktion: Vielen Dank für das Interview. ■ FUNK International Austria GmbH A-1010 Wien Lugeck 1 T +43158910-0 welcome@funk-austria.com www.funk-austria.com

ARCHITEKTUR 18 FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3

FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3 19 ARCHITEKTUR Take-Off gelungen: Terminal 2 als neuer alter Airport-Hotspot Zahlreiche attraktive Features sorgen für ein First-Class-Reiseerlebnis am FlughafenWien-Schwechat

ARCHITEKTUR 20 FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3

FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3 21 ARCHITEKTUR Er wurde in der zweiten Hälfte der 1950erJahre errichtet und stand ab 1960 in Betrieb. Der Terminal 2 zählt demnach zu den ältesten Teilen des Flughafens Wien-Schwechat. Auf der Plattform Wikipedia steht über diese Gründungszeit zu lesen: „Von Dezember 1954 bis Mai 1955 fand ein Ideenwettbewerb für einen Generalausbauplan statt, um die Abfer‐ tigungsanlagen auf den zu erwartenden Luft‐ verkehr der folgenden Jahrzehnte vorzuberei‐ ten. Wesentlichste Projekte darin waren die Verlängerung der Piste und der Bau eines neuen Terminalgebäudes. Am 27. März 1956 erteilte das Verkehrsministerium die Bewilli‐ gung zur Errichtung und zum Betrieb eines für den allgemeinen Verkehr bestimmten Flugha‐ fens. … Das neue Abfertigungsgebäude, das heutige Terminal 2, wurde von 1956 bis 1960 errichtet und am 17. Juni 1960 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt wurden rund 409.000 Pas‐ sagiere gezählt.“ … Nach zwei Pandemiejahren nimmt der Flughafen Wien den generalsanierten und durch attraktive Features erweitertenTerminal wieder in Betrieb – und schafft damit ein neues Reiseerlebnis für Passagiere. So steht Reisenden seit Ende März d. J. auf einer Fläche von ca. 2.400 m² eine moderne und sehr exklusive Lounge zur Verfügung, ge‐ nauso wie neue Gastronomieangebote, eine zentrale Sicherheitskontrolle für B-, C- und D‐Gates sowie zusätzliche Gepäckausgabe‐ bänder. Der Flughafen nimmt damit die ge‐ samteTerminalinfrastruktur wieder in Betrieb: Denn trotz der diversen krisenhaften Entwick‐ lungen – von der Corona-Pandemie über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bis hin zur alles und alle bedrohenden Klima‐ erwärmung – ist die Reiselust vieler Österrei‐ cherinnen und Österreicher ungebrochen. Der Wiener Airport erwartet jedenfalls deut‐ lich steigende Passagierzahlen. „Mit dem neugestaltetenTerminal 2 schafft der Flughafen eine exzellente Aufenthaltsum‐ gebung, die sich international sehen lassen kann. Darauf können wir in Niederösterreich

ARCHITEKTUR 22 FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3 stolz sein“, erklärt Mag. a Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich, jenes Bundeslands also, in dem derWiener Flugha‐ fen situiert ist. EineTatsache, die den Landes‐ hauptmann und Bürgermeister von Wien, Dr. Michael Ludwig, wenig tangiert: „Der Flugha‐ fen Wien ist als Eintrittspunkt für alle Flugrei‐ senden eine wichtige Visitenkarte und dass sich die Schönheit der Wiener Kultur und Tra‐ dition sogar in der Neugestaltung des Termi‐ nals 2 wiederfindet, freut mich besonders. Der Vienna International Airport ist ein wichti‐ ges Drehkreuz für den gesamtenWirtschaftsund Tourismusstandort Wien, aber auch für die gesamte Ostregion und darüber hinaus.“ Beide, Mikl-Leitner und Ludwig, wohnten der Präsentation des adaptierten Terminals 2 am 23. März 2022, gut eine Woche vor der offizi‐ ellen Wiederinbetriebnahme, bei. „Auch in der Krise hat der Flughafen Wien in die Zukunft investiert und den ältesten Teil der Terminalinfrastruktur mit Kosten von rund 62 Mio. € umfassend modernisiert. Unserer Bauabteilung und allen Lieferanten ist es ge‐ meinsam gelungen, trotz Herausforderungen durch Pandemie, Kurzarbeit und unsicherer Lieferketten ein internationales Vorzeigepro‐ jekt im Zeit- und Budgetrahmen umzusetzen“, betont Dr. Günther Ofner, Vorstand der Flug‐ hafen Wien AG. Großangelegtes Umbauprogramm Ausgehend von einer entsprechenden Planung – für die die Fo:rum Architekten + Ingenieure verantwortlich zeichnen – ging es für die beauftragten ausführenden und kon‐ trollierenden Unternehmen darum, wie ein‐ gangs bereits erwähnt, u. a. eine exklusive Lounge, neue Gastronomieangebote, zen‐ trale Sicherheitskontrolle und zusätzliche Ge‐ päckausgabebänder zu errichten, die in ihrer Gesamtheit mehr Aufenthaltsqualität für Passagiere mit sich bringen. Auch die – für die Reisenden meist unsicht‐ baren, für einen reibungslosen Aufenthaltsab‐ lauf jedoch unerlässlichen – haustechnischen

FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3 23 ARCHITEKTUR Anlagen wurden, genauso wie die Brand‐ schutzeinrichtungen inklusive Fluchtstiegen‐ häuser und Fluchtgänge, auf den letzten Stand der Technik und der Gesetzgebung ge‐ bracht oder erneuert. „14 neue Securitylinien stehen nun in der ehemaligen Abflughalle auf Ebene 1 zur Verfügung, die Air- and Land-SideGrenze sowie die Sicherheitsgrenzen wurden neu definiert, Büros, Schulungs- und Aufent‐ haltsräume verortet“, wie Fo:rum Architek‐ ten + Ingenieure betonen. Von der Baufirma Leyrer + Graf Holztech‐ nik wurde das Dach des Terminal 2 erneuert bzw. aufgestockt: 2.400 m² groß und unter Verarbeitung von 250 m³ Brettschichtholz. Die Dachkonstruktion mit einer Spannweite von 30 m besteht aus zwölf Fachwerken. Im Zuge dessen wurde die bisherige Hängedachkon‐ struktion ersetzt, was statische Anpassungen und Verstärkungen zur Folge hatte, wie die mit der ÖBA (inkl. Fachbauaufsichten E-Tech‐ nik, IKT, HKLS und MSR) sowie der Baustel‐ lenkoordination gem. BauKG befassten Tech‐ niker der iC consulenten ZT GmbH zu berichten wissen. Ein Highlight des TerminalUmbaus ist die sogenannte „Vienna Lounge“. Auf rund 2.400 m² lässt diese neue „Oase der Annehmlichkeiten“ keine Wünsche offen: Elegante Einrichtungsgestaltung mit Design‐ elementen aus der Wiener Schule, bequeme und hochwertige Möbel und ein PanoramaBlick auf das Vorfeld schaffen ein helles und angenehmes Ambiente. Duschmöglichkeiten, Ruheräume und sogar ein abgetrennter gro‐ ßer Meetingraum mit Vorfeld-Blick bieten nützliche Services für Reisende. Für köstliche Kulinarik sorgt das renommierte Gastrono‐ mieunternehmen Donhauser. Besonders eindrucksvoll: In Kooperation mit dem Leo‐ pold Museum ist die gesamte Lounge mit hochwertigen Kunstdrucken von bekannten Werken großer heimischer Künstler wie Egon Schiele, Gustav Klimt und vielen mehr verse‐ hen. Eine wesentliche Neuerung im Terminal 2 ist die große zentrale Sicherheitskontrolle. Einmal ordentlich durchgecheckt, können Rei‐ sende bequem durch die Shopping- und Gas‐

ARCHITEKTUR 24 FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3 tronomielandschaft flanieren, die neben den bekannten Marken Heinemann Duty Free, Swarovski, Juice Factory, CAPI, Lami und Convenience Shop ebenfalls mit Neuerungen aufwartet. So wurde das Restaurant Zugvo‐ gel mit Bedienung und Blick auf das Flugha‐ fen-Vorfeld wiedereröffnet, auch ein Vegani‐ sta/The LaLa-Store bietet mit veganen Köstlichkeiten seine Dienste an. Noch vor der Sicherheitskontrolle in der neuen lichtdurch‐ fluteten Halle des Terminals eröffnete auch die beliebte österreichische Gastronomie‐ markeTrzesniewski einen zusätzlichen Stand‐ ort. Die Halle selbst zieren elegante Kristall‐ luster des Wiener Traditionsunternehmens J & L Lobmeyr. Praktisch: Ankommenden Reisenden stehen vier neue Gepäckbänder gleich auf dem Weg zur Ankunftshalle zur Verfügung. Großzügige Gate-Bereiche des moderni‐ sierten Pier Ost sorgen ebenfalls für ein komfortable Aufenthaltsqualität. Hier sind die D‐Gates für Non-Schengen-Flüge unter‐ gebracht, wobei die dezentralen Sicherheits‐ kontrollen und Trennwände der vormals ge‐ trennten Gatebereiche im Zuge der neuen zentralen Sicherheitskontrolle abgebaut wur‐ den. Passagieren stehen nicht zuletzt des‐ halb nun weitläufige Aufenthaltsbereiche und hochwertige Shopping- und Gastrono‐ mieangebote zur Verfügung. Fotos: © Bernhard Bergmann © Flughafen Wien AG

FLUGHAFENWIEN AG –Terminal 2+3 25 ARCHITEKTUR Modernisierung während des laufenden Betriebs Alle genannten Bereiche und ihre Funktio‐ nen mussten großteils während des laufen‐ den Betriebs des restlichen Flughafens um-, zu- und teilweise neu gebaut werden. Für die mit den unterschiedlichen Gewerken befass‐ ten Unternehmen bzw. ihre Projektteams hieß es, mit den damit einhergehenden Her‐ ausforderungen zurecht zu kommen. So be‐ tont etwa GF Rainer Haubenwaller von der mit dem trockenen Innenausbau beauftragten rhtb: projekt gmbh: „Wir haben unsere gezielt ausgesuchten Mitarbeiter vor Ort auf die Ar‐ beiten in diesem sicherheitstechnisch sensi‐ blen Bereich vorbereitet. Sämtliche für uns tätige Arbeitskräfte hatten ein einwandfreies Leumundszeugnis vorzuweisen. Da die Arbei‐ ten während des laufenden Flughafenbe‐ triebs durchzuführen waren, mussten dar‐ über hinaus alle am Projekt Beteiligten regelmäßig die entsprechenden Sicherheits‐ kontrollen passieren.“ rhtb: zeichnet unter anderem auch für die Umsetzung des Designkonzepts der Vienna Lounge verantwortlich. Dieses sah vor, die Einteilung der Bodengestaltung (Fliesen, Par‐ kett undTeppich) optisch im Deckenbereich zu zitieren. Das bedeutet, dass es in der 700 m² großen Lamellendecke mit Holzoptik fast keine Lamelle mit derselben Länge gibt – jedes einzelne Element musste exakt einge‐ messen werden. Ähnlich verhält es sich bei der Gipskartondecke mit einer Gesamtfläche von 1.400 m². Hier wurden nach aufwändiger Vorplanung exakt dimensionierte Formteile bestellt, zuerst am Boden aufgelegt und da‐ nach dem Deckenspiegelplan entsprechend montiert. rhtb:-Bauleiter Alexander Stadler ist auf ein handwerkliches Detail besonders stolz: „Im Bereich des ‚Wiener Kaffeehauses‘ wurde eigens ein individuelles Stuckprofil erzeugt und in traditioneller Stuckateurarbeit versetzt.“ Einen ausführlichen rhtb:-Projektbericht lesen Sie auf den Seiten 28 + 29. ■ Objektadresse Flughafen Wien 1300 Schwechat Bauherr Flughafen Wien AG Bestand errichtet 1960 Flächen/Maße/Mengen Adaptierte Fläche: ca. 20.000 m² Vienna Lounge: 2.400 m² Fassungsvermögen Lounge: 450 Personen Materialien Trockenbau: s. o. ChronologieTrockenbau Terminal: 01/2020 – 04/2021 Lounge: 10/2020 – 03/2021 ■BELIMO Automation Handelsgesellschaft m.b.H. ■GEZE Austria GmbH ■GRAF-HOLZTECHNIK GmbH ■IBS - Technisches Büro GmbH ■iC consulenten ZT GesmbH a member of iC group ■Klenk & Meder GmbH Elektrotechnik ■MERO-TSK International GmbH & Co. KG ■Porr Bau GmbH Hochbau Neiderösterreich ■Profibaustoffe Austria GmbH ■rhtb: projekt gmbh PROJEKTPARTNER ZAHLEN • DATEN • FAKTEN FlughafenTerminal 2+3

www.ic-group.org iC consulenten Ziviltechniker GesmbH Schönbrunner Straße 297 | 1120 Wien | T +43 1 521 69-0 | office@ic-group.org Integrative Lösungen für komplexe Projekte Projektmanagement und Bauherrenvertretung Projektsteuerung Örtliche Bauaufsicht Begleitende Kontrolle Generalplanung Kostenplanung und Kostenkontrolle Technische Due Diligence und Projektaudits FIDIC-Engineer Planungs- und Baustellenkoordination (BauKG) Prüfingenieurleistungen Bauwirtschaftliche Gutachten

Ing. Manuela Foltyn, Kalkulantin GARANTIERT ZUKUNFTSORIENTIERT. Wir von LEYRER+GRAF halten unsere Versprechen nicht nur, wir garantieren sie sogar. Und fühlen uns als eigentümergeführtes, österreichisches Bauunternehmen verpflichtet, durch zukunftsorientiertes, nachhaltiges Denken und Handeln einen langfristigen Beitrag für unser Land zu leisten. Auf uns können Sie bauen. Und vertrauen. LEYRER +GRAF Baugesellschaft m.b.H. | Hochbau • Tiefbau • Energie + Telekom • Holztechnik | www.leyrer-graf.at ZM Philipp Hefner, Techniker GARANTIERTÖKOLOGISCH. Wir von der GRAF-HOLZTECHNIK halten unsere Versprechen nicht nur, wir garantieren sie sogar. So schaffen wir durch handwerkliches Know-how in Verbindung mit modernster Computertechnik sowie individuellen und flexiblen Ausführungen ein breites Leistungsspektrum an qualitativ hochwertigem Holzbau. Damit leisten wir auch einen positiven Beitrag zur CO2-Bilanz. Auf uns können Sie bauen. Und vertrauen. GRAF-HOLZTECHNIK GMBH | www.graf-holztechnik.at

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PROJEKT REPORT 30 rhtb: projekt gmbh –Terminal 2 VIE-Terminal 2: Leistungsstärke und Detailarbeit rhtb: stellt am FlughafenWien einmal öfter höchste Kompetenz im Bereich trockener Innenausbau unter Beweis Der zentrale Terminal 2 ist ein Aushänge‐ schild des Flughafens Wien, das in den ver‐ gangenen beiden Jahren einem Relaunch unterzogen wurde, um perfekt auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet zu sein. Von der ARGE PORR/ STRABAG beauftragt, erwies sich die mit dem trockenen Innenausbau im Terminal selbst sowie im Loungebereich des Terminals betraute rhtb: projekt gmbh als höchst kompetenter und verlässlicher Partner. Selbst Unerwartetes konnte die fristgerechte Erledigung der umfangreichen Arbeiten nicht beeinträchtigen. rhtb:-Projektleiter Richard Tritscher: „Ein gutes Beispiel für eine beson‐ dere Herausforderung in arbeitstechnischer Hinsicht stellten die außergewöhnlichen Raumhöhen in der Sicherheitskontrollhalle des Terminals 2 dar. Die präzise Arbeit mit Hebebühnen verlangte hier nach einem wirk‐ lich gut aufeinander abgestimmten Team.“ Außergewöhnliche Materialmengen Alles andere als alltäglich waren auch die verarbeiteten Materialmengen, die die Di‐ mensionen des rhtb:-Auftrags am VIE-Termi‐ nal 2 erst so richtig verdeutlichen. Im Wand‐ bereich wurden rund 10.000 m² Ständer‐ wände in allen Kategorien und Klassifikatio‐ nen von EI0 bis EI90, mehr als 2.000 m² Wohnungstrennwände für erhöhten Schallund Brandschutz, ca. 5.000 m² Vorsatzschale für Sanitärinstallationen und als Installations‐ ebene vor Brandabschnitten sowie 2.500 m² Fundermax-Wandverkleidungen mit zusätzli‐ chem Anfahrschutz verbaut. Im Deckenbe‐ reich kamen rund 6.500 m² Lamellendecke als Sichtschutz für dahinterliegende Installati‐ onen zum Einsatz. Darüber hinaus wurden 2.000 m² Gipsdecke, 2.000 m² Mineralfaser‐ decke und rund 1.500 m² Metalldecke abge‐ hängt. Als Sicherheitsmaßnahme mussten darüber hinaus rund 1.500 m² Stahlträgerver‐ kleidungen in R90-Standard angebracht wer‐ den. Tritscher komplettiert diese Materialliste um weitere eindrucksvolle Daten: „Das Ge‐ samtgewicht der von uns verbauten Form‐ rohrträger beträgt mehr als 30 Tonnen. Diese Träger sind einerseits statisch erforderlich, andererseits auch die Grundkonstruktion für die fachgerechte Umsetzung der Gipskarton‐ arbeiten. Im Bereich der Gepäckrückgabe wurde die von uns errichtete Formrohrkon‐ struktion direkt als Tragkonstruktion für die Werbe- und Medienlandschaft, die Leuchtkäs‐ Bilder: © Bernhard Bergmann

rhtb: projekt gmbh –Terminal 2 31 PROJEKT REPORT ten sowie die Holzdecke und seitlichen Holz‐ lamellen genutzt. Weitere technische Verbin‐ dungen und Infrastruktur sind unter und in den rund 2.500 m² umfassenden Doppel- und Hohlraumböden integriert.“ Präzisionsarbeit im Loungebereich Als separates Projekt des Planers und Auf‐ traggebers Cserni setzte das Team der rhtb: projekt gmbh auch den Ausbau der neuen Lounge im Terminal 2 um. Dabei war höchste Präzisionsarbeit gefragt, musste das Baumaterial doch bei laufendem Flugbetrieb teils über das Flugfeld angeliefert werden. Liefer- und Hebezeiten waren daher mit dem Flughafentower auf das Exakteste abzustim‐ men und einzuhalten. Aufgrund der mit einem halben Jahr überaus ehrgeizig bemessenen Bauzeit, entschied man sich bei rhtb: die Tro‐ ckenbauarbeiten vor Ort und die Produktion der Möbel parallel durchzuführen. Das rhtb:- Team musste also millimetergenau vorarbei‐ ten, da spätere Anpassungen bei der Aufstel‐ lung und Verankerung der Möbel nicht mehr möglich waren. „Da die Möblierung in die abgehängte Gipskartondecke integriert wurde, musste die Unterkonstruktion mit Formrohren passgenau verstärkt werden. Darin verbaute Gewindestangen dienten den Möbelbauern als Montagebefestigung. Unsere Vorgabe lau‐ tete daher ‚Null Toleranz’, betont Bauleiter Alexander Stadler von der rhtb: projekt gmbh. Positive Bilanz nach gelungener Umsetzung rhtb:-Geschäftsführer Rainer Haubenwaller zog nach der gelungenen Umsetzung des Projekts eine positive Bilanz: „Der trockene Innenausbau gibt demTerminal 2 seinen zeit‐ gemäßen und modernen Look. Und ‚hinter den Kulissen‘ sorgt die Technik dafür, dass alles reibungslos läuft. Der trockene Innenaus‐ bau wird damit immer mehr zum zentralen Gewerk der planerischen, architektonischen und gestalterischen Prozesskette. Wir sind stolz darauf, diese Entwicklung aktiv voranzu‐ treiben. Leistungsstärke und Detailarbeit sind für uns eben kein Widerspruch.“ ■ Objektadresse Flughafen Wien 1300 Schwechat Bauherr Flughafen Wien AG Bestand errichtet 1960 Flächen/Maße/Mengen Adaptierte Fläche: ca. 20.000 m² Vienna Lounge: 2.400 m² Fassungsvermögen Lounge: 450 Personen Materialien Trockenbau: s. o. ChronologieTrockenbau Terminal: 01/2020 – 04/2021 Lounge: 10/2020 – 03/2021 ZAHLEN • DATEN • FAKTEN rhtb: –Terminal 2 + Lounge

ARCHITEKTUR 32 DMAA –The Metropolitan The Metropolitan – Wohntraum beim Hauptbahnhof Wien Delugan Meissl Associated Architects sorgen für ein architektonisches Highlight in anspruchsvoller, wenngleich idealer urbaner Lage Das Wohnhochhaus „The Metropolitan“ liegt unmittelbar südlich des neuen Wiener Hauptbahnhofs. Es bildet durch seine Lage am Bahnhofsvorplatz gleichsam das Ein‐ gangsgebäude des bis 2021 neu entstande‐ nen Stadtteils „Sonnwendviertel“ und des Helmut Zilk-Parks. Gleichzeitig ist es ein Ob‐ jekt mit Finalcharakter, da es auf der letzten Grundstücksfläche im Quartier Belvedere er‐ richtet wurde, auf der freifinanzierter Wohn‐ bau möglich ist. Das Gebäude steht frei auf dem dreiecki‐ gen Grundstück, das in Richtung Nordost von den Gleisanlagen und imWesten von der Karl Popper-Straße eingefasst wird. Richtung Süden spannt es durch seinen Abstand zum anschließenden Nachbargebäude – einem Hotel – eine Plaza auf, die den Bewohnern und der Öffentlichkeit bessere Durch‐ wegungsmöglichkeiten und eine beruhigte Zone vor den Geschäftsflächen im Erdge‐ schoß bietet. Markante Fassaden Aufgrund der Ausrichtung in Bezug auf die Himmelsrichtung und die Umgebung weist das Gebäude zwei verschiedene Fassadenty‐ pologien auf: Die bahnseitig und Richtung Nordost gelegenen Wohnungen werden gleichsam aus der Fassade „herausgeklappt“ und bilden so eine durch Erker gegliederte Gebäudehülle mit zueinander versetzten, dreieckigen Balkonen, um den Lichteintrag

33 ARCHITEKTUR DMAA –The Metropolitan

ARCHITEKTUR 34 DMAA –The Metropolitan von Süden zu optimieren und die frontale Ausrichtung der Fenster zu den Gleisanlagen zu entschärfen. Die in ihrer dreidimensionalen Wirkung sehr bewegte Fassade entspricht in ihrem Erscheinungsbild diesem sehr spezifi‐ schen städtischen Raum an den Gleisen. Die nach Südwesten ausgerichteten Fassaden an der Karl Popper-Straße und an der Plaza erzeu‐ gen durch die unregelmäßige Anordnung von vertikalen Seitenwänden und horizontalen Balkonplatten eine flächige, vorgelagerte Bal‐ konschicht mit einem differenzierten Fassa‐ denmuster, die sich in das urbane Erschei‐ nungsbild einfügen. Wohnen und noch viel mehr Auf 19 Obergeschoßen verteilen sich 370 Wohneinheiten mit Größen von 30 – 80 m², während sich im Erdgeschoß zwei Gewerbe‐ flächen befinden. Die ersten drei bahnseiti‐ gen Obergeschoße weisen Gemeinschafts‐ räume und einen Fitnessraum auf, der direkt an die im ersten Stock gelegene, überdachte Außenterrasse anschließt, auf der man auch im Freien trainieren kann. Im 19. Stock kön‐ nen die Bewohner von einer nach oben offe‐ nen und 70m² großen Terrasse einen wind‐ geschützten Blick Richtung Innenstadt genießen. Die Wohnungen werden durch einen Mit‐ telgang erschlossen. Die Mehrzahl der bahn‐ seitigen Wohnungen weisen einen offenen Grundriss ohne Trennwände und einen mittig gelegenen Sanitär- und Küchenblock auf, der durch seine Anordnung die Wohnung räum‐ lich gliedert. Durch diese offene Anordnung einer ansonsten in zwei Zimmer unterteilten Wohnung wird die Belichtung der Aufenthalts‐ räume verbessert und die Wohnung räumlich großzügiger. DieWohnungen Richtung Straße und Plaza sind hauptsächlich 2-Zimmer-Woh‐ nungen mit räumlich voneinander getrennten Aufenthaltsräumen, die jedoch beide große, raumhohe Fenster aufweisen um die Belich‐ tung der Wohnung zu optimieren. Quelle: Delugan Meissl Associated Architects Matthias Waibel, Geschäftsführer beim Projektentwickler STC – Swiss Town Consult AG in Wien, betont: „Im Vordergrund der Pla‐ nung stand die Schaffung von qualitativ hoch‐ wertigen Kleinwohnungen, die auf Grund der optimalen Raumanordnung eine effiziente Flächennutzung ermöglichen. … The Metro‐ politan zielt darauf ab, dem Bedürfnis nach modernem, urbanem Wohnraum gerecht zu werden. …Die zentrale Lage mit hervorragen‐ der Anbindung an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr in unmittelbarer Nähe zum Stadt‐ zentrum, die kulturellen Einrichtungen sowie das vielfältige Freizeitangebot im Quartier

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