architektur schleswig-holstein 2023

Vorwort Guido Kaschel Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser, der Hafenstandort Lübeck ist der am weitesten südwestlich gelegene Hafenumschlagplatz der Ostsee und ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Region und das Land. Innerhalb Europa ist Lübeck TEN-T-Kernnetzhafen und damit insbesondere auf der Achse zwischen Skandinavien – Südeuropas ein Garant für reibungslose logistische Abläufe. Mit dem Hafenentwicklungsplan 2030 hat die Hansestadt Lübeck bereits im Mai 2020 die Leitlinien für eine zukunftsorientierte Hafenentwicklung dargestellt und somit eine gemeinsame Basis für die Entwicklung der Stadt und der Region sowie der Hafen- und Logistikwirtschaft erschaffen. Der Hafenentwicklungsplan 2030 umfasst den Bedarf an zukünftigen Hafenfazilitäten und Verkehrsanbindungen des Hafens. Grundlagen bilden eine auf Lübeck angepasste Seeverkehrsprognose des Bundes, eine Schiffsgrößenprognose, die Fokussierung des Kerngeschäfts auf RoRo-Verkehre im LKW und Trailer, sowie andere Randbedingungen wie die Verlagerung von Ladungsströmen innerhalb des Hafenstandortes Lübeck. Die Prognosen zur Schiffsgröße zeigen, dass die Schiffe der Zukunft größer werden und so mehr Ladung je Anlauf die Häfen erreichen wird. Dies setzt infrastrukturelle Anpassungen im Lübecker Hafen voraus, die unter anderem zu Umstrukturierung und Neubau der vorhandenen Anleger führen kann. Die Anforderung der Schifffahrt hin zu kürzeren Fahrten im Traverevier führen zu einer Verlagerung von Ladung innerhalb des Lübecker Hafens – weg von stadtnahen Terminals weiter stromab in Richtung Travemündung. Vor diesem Hintergrund gilt es zu berücksichtigen, dass wassernahe Flächen nicht beliebig vermehrbar sind, sodass die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Flächenentwicklung innerhalb des Hafengebietes essentiell sein wird. Zusätzlich spielt das Heben von Potentialen zur Erhöhung der Flächenproduktivität eine wesentliche Rolle bei der Lübecker Hafenentwicklung. Hierbei kommt dem Ausbau der Digitalisierung der Prozesse und Abläufe eine entscheidende Rolle zu. Im Rahmen aktueller und zukünftiger Förderprojekte nutzt der Lübecker Hafen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um eine Effizienzsteigerung der Hafenterminals und eine Erhöhung der Flächenproduktivität zu ermöglichen und somit die Ressource „Fläche“ verantwortungsvoll einzusetzen. Mit dem aktuellen Hafenentwicklungsplan 2030 sieht sich die Lübeck Port Authority befähigt, ihre Infrastruktureinrichtung Hafen den zukünftigen Entwicklungen bedarfsgerecht anzupassen und blickt damit zuversichtlich in eine erfolgreiche Zukunft des Lübecker Hafens. Guido Kaschel Leiter der Lübeck Port Authority Foto: © Olaf Malzahn 9

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