architektur berlin 2026

Susanne Klabe Foto: © BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e.V./Claudius Pflug Wirtschaftswachstum braucht Wohnraum – Beschäftigtenwohnen als Teil der Lösung Berlin hört nicht auf zu wachsen – und mit der Stadt auch ihre Herausforderungen. Mit wenigen Ausnahmen ist die Bevölkerungszahl der Hauptstadt zuletzt jedes Jahr gestiegen, und bis zum Jahr 2040 werden weitere 200.000 Zuzüge prognostiziert. Diese Entwicklung ist Ausdruck der Attraktivität Berlins – als Wohnstandort, aber auch als Wirtschaftsmagnet, der von Studenten und Auszubildenden, über Start-Up-Gründer bis hin zu internationalen Konzernen die gesamte Bandbreite des Wirtschaftslebens anzieht. Berlin hat eben viel zu bieten. Nur eines nicht: Wohnraum. Und so stellt sich die zentrale Frage: Wo sollen all diese Menschen, all die (potenziellen) Arbeitskräfte wohnen? Klar ist: Wirtschaftlicher Erfolg braucht Wohnraum. Die Berliner Unternehmen spüren das tagtäglich. Wenn Wohnraum knapp, teuer oder schlicht nicht verfügbar ist, wird es schwer, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen oder zu halten. Der Wohnraummangel wird so zunehmend zum Wachstumshemmnis für die gesamte Region. Dabei ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt ohnehin angespannt. Die Zahl der Baugenehmigungen und -fertigstellungen geht zurück, die Projektpipeline schrumpft, während der Bedarf steigt. Hohe Baukosten, steigende Zinsen, enge Regulierungen und langwierige Genehmigungsverfahren erschweren dringend benötigte Neubauprojekte. Berlin braucht schon jetzt über 100.000 neue Wohnungen für eine spürbare Entspannung des Marktes – zusätzlich zu jenen, die für den weiteren Bevölkerungszuwachs erforderlich sind. Es ist an der Zeit, dass sich suchende Unternehmen und die Immobilienwirtschaft zusammentun und ihre Kräfte bündeln. Das sogenannte Beschäftigtenwohnen ist dabei ein vielversprechender Ansatz. Ob als klassische Werkswohnungen, in Kooperation mit Wohnungsunternehmen oder als mietvertraglich reservierte Einheiten, oder gar der Aufbau eines eigenen Wohnportfolios durch Ankauf oder Neubau – die Möglichkeiten für Unternehmen sind vielfältig. Was alle Modelle eint: Sie schaffen gezielt und bedarfsgerecht Wohnraum, der den eigenen Beschäftigten zugutekommt – und damit letztlich dem gesamten Wohnungsmarkt. Denn Beschäftigtenwohnen ist keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung des Angebots. Klar ist aber auch: Das Management der Wohnungssituation von Mietarbeitenden gehört in der Regel nicht zu den Kernthemen von Arbeitgebern. Hinzu kommt: Das Paragrafendickicht im miet- und baurechtlichen Normendschungel macht fachfremden Unternehmen oftmals wenig Mut, sich allein auf den Weg zu machen. Wo also anfangen? Als BFW haben wir gemeinsam mit der IHK Berlin und BerlinPartner einen praxisnahen Leitfaden entwickelt, der Unternehmen bei ihren ersten Schritten auf der Suche nach Wohnraum unterstützt. Denn Wohnraum ist eng mit der Personalstrategie der Unternehmen verbunden. Der Leitfaden zeigt auf, welche Modelle sich für unterschiedliche Ausgangssituationen eignen, und wie die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern – wie etwa den BFW-Mitgliedsunternehmen – aussehen kann. Die Immobilienwirtschaft kennt sich mit Planungsverfahren, Baurecht und Umsetzung aus. Sie bauen – sehr gerne auch für andere Branchen. Wir laden alle Unternehmen ein, Beschäftigtenwohnen als Teil ihrer Standortstrategie zu verstehen. Denn: Wer Wohnraum schafft, sichert Fachkräfte. Und wer Fachkräfte sichert, sichert Zukunft. Susanne Klabe Geschäftsführerin BFW Landesverband Berlin/Brandenburg 8

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