architektur berlin 2026

Projekt-Partner  IFAB Ingenieure für angewandte Brandschutzforschung, Berlin  Ingenieurbüro Rosenberg, Hennigsdorf  Umtec Technologie AG, CHE-Hombrechtikon  WESSLING Consulting Engineering GmbH & Co. KG, Berlin Die Linie U3 der Berliner U-Bahn hat 24 Stationen und ist 19,7 km lang. Sie verbindet Zehlendorf und Dahlem mit dem westlichen Stadtzentrum am Wittenbergplatz. Derzeit endet die U-Bahnlinie U3 an der Station „Krumme Lanke“ im Berliner Südwesten. Künftig soll sie um eine Station bis zum Mexikoplatz verlängert werden. Diese Erweiterung schafft eine wichtige Umsteigebeziehung zur dortigen S-Bahn und gilt als zentrales Infrastrukturvorhaben zur Umsetzung der Mobilitätswende in der Hauptstadt. Nach geplanter Fertigstellung im Jahr 2030, geht es künftig aus Potsdam oder Wannsee viel schneller und direkter nach Zehlendorf, Dahlem und in die City West. Die BVG rechnet mit bis zu 12.000 Fahrgästen täglich, die von einer verkürzten Reisezeit profitieren werden. Darüber hinaus leistet die 800 m lange Tunnelverlängerung einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz: Durch die Verlagerung von Verkehrsströmen vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr wird der motorisierte Individualverkehr reduziert und der CO¡-Ausstoß dauerhaft gesenkt. Die U3-Verlängerung gilt somit als Schlüsselprojekt für die nachhaltige Weiterentwicklung der Berliner Verkehrsinfrastruktur. Neue Funktionen für den bestehenden Bahnhof „Mexikoplatz“ Für die Verlängerung wird ein in Teilen bereits vorhandener Tunnel unter der Argentinischen Allee genutzt und abschnittsweise erweitert. Da der Verlauf direkt unter der Fahrbahn liegt, wird der Neubau in offener Bauweise erfolgen – ein Verfahren, das sich sowohl technisch als auch wirtschaftlich als vorteilhaft erweist. Der bestehende Bahnhof „Mexikoplatz“ wird an seine neuen Funktionen angepasst. Geplant sind eine zusätzliche unterirdische Haltestelle sowie ein barrierefreier Übergang zwischen U-Bahn und S-Bahn. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen, die Fertigstellung soll Ende 2030 erfolgen. Planerisch und baulich bietet das Projekt dabei einige herausfordernde Besonderheiten: Der im Jahr 1904 im Jugendstil errichtete Bahnhof „Mexikoplatz“ sowie Teile des umliegenden Ensembles stehen unter Denkmalschutz. Dies erfordert eine enge Abstimmung mit den zuständigen Behörden und der DB InfraGO AG als Eigentümerin der Betriebsanlagen. Effizient vernetzt – Neue Endstation und Aufstellanlage für die U3 Hinter dem neuen Endbahnhof entsteht zusätzlich eine unterirdische Aufstellanlage. Diese ermöglicht flexiblere Betriebsablaufe und trägt zur Verbesserung der Pünktlichkeit sowie zur Erhöhung der Betriebssicherheit im gesamten Kleinprofilnetz bei, um den zukünftigen Anforderungen an das Berliner U-Bahn-System gerecht zu werden. Wie die Linien U1, U2 und U4 gehört auch die Linie U3 zum vor 1914 eröffneten Teilnetz der Berliner U-Bahn, welches wegen der schmaleren Fahrzeuge und Tunnelanlagen als „KleinprofilNetz“ bezeichnet wird. Digital geplant, nachhaltig gedacht – Pilotprojekt mit Weitblick Über den verkehrlichen Nutzen hinaus dient die U3-Verlängerung auch als Fortführung der Pilotierung zur Einführung der BIM-Methode (Building Information Modeling). Die digitale Planungs- und Managementmethode ermöglicht eine durchgängige Datenverfügbarkeit über den gesamten Projektzyklus und schafft die Grundlage für präzisere Abläufe, transparente Kommunikation und effizientere Ressourcennutzung. Ergänzend dazu BVG PROJEKT GmbH Abbildung: © BVG Projekt GmbH 53

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