Photovoltaik im UNSECOWeltkulturerbe Denkmalschutz und Klimaschutz, zwei die sich auch verstehen können Für Architekturinteressierte bildet die Siedlung Carl Legien östlich der Prenzlauer Allee in Berlin ein spannendes Highlight. Die Wohnsiedlung wurde in den Jahren 1928 bis 1930 nach den Plänen von Bruno Taut und Franz Hillinger im Zuge des Wohnungsbauprogrammes der Weimarer Republik gebaut. Benannt wurde die Siedlung nach Carl Legien, dem ersten deutschen Gewerkschaftsführer. Sie gehört mit weiteren Wohnsiedlungen der Berliner Moderne zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Siedlung besteht aus sechs langen Wohnblöcken in U-Form. Im Kontrast zu den kubistischen Hausformen stehen die Loggien und gerundeten Balkone. Begrünte Innenhöfe lassen die Siedlung weniger eng erscheinen, als sie tatsächlich ist. Interessanterweise werden auch heute neue Wohnquartiere wieder ähnlich angelegt, mit grünen Innenhöfen als Oasen und in schnörkellose Architektur. Auf den Dächern der Wohnstadt Carl Legien installiert das Wohnungsunternehmen Vonovia in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt neue Photovoltaikanlagen und entwickelt damit das Erbe zukunftsfähig. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden. Insgesamt werden rund 5.600 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtfläche von rund 11.200 m² installiert, dies entspricht 1,5 Fußballfeldern. 2,6 MW Leistung sorgen für rund 1.000 t weniger CO-Ausstoß pro Jahr. Die Mieterinnen und Mieter nehmen so an der Energiewende teil, obwohl sie in einem UNESCO-Weltkulturerbe wohnen. Projekt Geschätzte drei bis vier Prozent des Gebäudebestandes in Deutschland steht unter Denkmalschutz. Eigentlich ein verschwindend geringes Potenzial als Geheimwaffe für eine nachhaltige Verbesserung der Klimabilanz. Zieht man davon noch sakrale Gebäude und unbewohnte Baudenkmäler ab, stellt sich die Frage; wo machen Energiemaßnahmen, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen dann überhaupt Sinn? Es gibt jedoch auch bewohnte Denkmäler und für deren Nutzer spielt der Klimaschutz schon aus wirtschaftlichen Gründen eine wichtige Rolle. Ein Beispiel aus dem Bezirk Prenzlauer Berg zeigt, wie sich Photovoltaik im Denkmal realisieren lässt. Foto: © Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Wolfgang Bittner Foto: © Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Paul Hahn 20
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