architektur berlin 2026

Im Planungsprozess werden die Disziplinen Haustechnik, Bauphysik, Fassade, Gebäudeleittechnik, Sicherheitstechnik und weitere Gewerke integral und interdisziplinär im gemeinsamen Architekturmodell koordiniert. Ziel ist die Gewährleistung einer nachhaltigen, CO₂-armen Errichtung sowie eines energieeffizienten Betriebs auf Grundlage des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und der einschlägigen Normen zum Wärmeschutz. Die Planung der technischen Gebäudeausrüstung verfolgt dabei das Ziel, höchstmögliche Flexibilität in der Flächennutzung zu ermöglichen und anpassbare Mietstrukturen zu schaffen. Zur Umsetzung dieser Zielstellung wird eine flächendeckend konzipierte Multisensortechnik eingesetzt, die nicht nur eine energieeffiziente Steuerung der Beleuchtungs- und Klimasysteme ermöglicht, sondern zugleich eine fortlaufende Datenerhebung zur Raumnutzung gestattet. Am Ende der Ausführungsplanung liegt ein digitaler Zwilling des Gebäudes vor, der im Verlauf eines zweijährigen, interdisziplinären Planungsprozesses von sämtlichen Projektbeteiligten entwickelt wurde. Dieses hochdetaillierte Modell umfasst sämtliche Komponenten der Technischen Gebäudeausrüstung und dient als zentrale Informationsquelle für die nachfolgenden Phasen der Ausführung, Inbetriebnahme und Bewirtschaftung. Neben der Wärme-, Kälte- und Lüftungstechnik wird im digitalen Zwilling auch die sanitäre Infrastruktur des Gebäudes vollständig abgebildet. Durch die modellbasierte Erfassung der wasserführenden Systeme können Leitungsführungen, Steigzonen und Übergabepunkte gewerkeübergreifend abgestimmt werden. Anzeige Ruß Ingenieure AG vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden, Diplomingenieur Thomas Ruß Am Studio 20a 12489 Berlin Tel. 030 7672841-0 info@rusz.de www.rusz.de Horizontaler Schnitt durch das digitale Gebäude- modell des Anna- Lindh-Hauses Installationsschwerpunkt des Anna-Lindh-Hauses Digitaler Zwilling gibt einen Blick in die Zukunft Der modellbasierte Planungsprozess ist mit einem erheblichen Koordinationsaufwand verbunden. Insbesondere die Anforderungen der im Projekt eingesetzten BIM-Managerinnen und BIM-Manager sowie BIM-Koordinatorinnen und BIM-Koordinatoren, die bereits in der Leistungsphase 2 ein weitgehend vollständiges Modell anstreben und dieses teils aus informatiktechnischer Perspektive prüfen, führen zu erhöhtem Abstimmungsbedarf. Die im Projekt umgesetzte Holzhybridbauweise erfordert zudem eine vollständige Planung der Schnittstellen und Durchdringungen bereits in Leistungsphase 3, die in Leistungsphase 5 aufgrund von Anpassungen und Detaillierungen erneut durchgeführt werden muss. Diese wiederholten Planungszyklen gehen mit zeitintensiven Modellanpassungen einher, die durch jede architektonische Änderung ausgelöst werden können. Abbildung: © Ruß Ingenieure AG, 2025 Abbildung: © Ruß Ingenieure AG, 2025 179

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