Während die Talsohle in der Bauwirtschaft langsam – der Länge nach – durchschritten wird, läuft es im Bereich des Tourismus runder. Entsprechend positiv wirken sich Investitionen in die bauliche Substanz der Betriebe aus, zumal hierzulande die architektonische Gestaltung auch als Teil der Attraktivität von touristischen Anlagen begriffen wird. Hohen Ansprüchen genügen zum Beispiel der Neubau des Restaurants auf dem Golm (Baumschlager Hutter) genauso wie die Erneuerung des Hotel Taube in Schruns (von Bernardo Bader) oder die Erweiterung des Hotels Krone in Au (Dworzak Grabher). Aber auch kleinere Projekte wie die Umgestaltung der Hotels Albona Nova in Zürs (Sonja Entner) bzw. des Hotels Adler in Au (Hoi Architektur) punkten mit Ideenreichtum. Ungebrochen viele Bauvorhaben entstanden im öffentlichen Bereich und dort vielfach in den Kommunen: in Bizau gibt es ein neues Sicherheitszentrum, das bemerkenswert in seiner Umgebung aufgeht (Johannes Kaufmann und Partner). Die Aufstockung des Gemeindeamts in Langen bei Bregenz (MWArchitekten) verströmt ihrem musikalischen Zweck entsprechend eine subtile Harmonie; ähnlich wie der – von einer Stiftung getragene – Umbau eines Stallgebäudes in einen Konzertsaal durch Cukrowicz Nachbaur in Nendeln, Liechtenstein. Der kommunalen Nahversorgung widmet sich „das Dorflädele” (Walser + Werle) in der kleinen Gemeinde Buch. An neuen Bildungseinrichtungen sind besonders das Lernhaus in Bezau (Innauer-Matt), die VS Altenstadt in Feldkirch (Querformat) oder auch das polygonale Kinderhaus Markt in Rankweil (Christian Schmölz) hervorzuheben. Ebendort entstand nach den Plänen von Marte.Marte auch die neue Erwachsenenpsychiatrie. Foto: © Birgit Koell Fotografie Typologisch verwandt, aber privat finanziert ist der neue Gesundheitscampus in Bludenz (Mitiska Wäger), der die Wechselwirkungen historischer und gegenwärtiger Bausubstanz auslotet. Öffentliche und private Sphäre verschwimmen bei der Sanierung des Eurospar Rheincenters in Lustenau (Huber ZT GmbH). Auch private Wohnbauprojekte wie Am Schwarzbach in Bludenz (Wurzer Nagel) oder Austraße in Feldkirch (Heim.Müller. Partner) sehen fließende Übergänge zum öffentlichen Raum und seiner Infrastruktur vor. Der Geschosswohnbau schwächelt leider nach wie vor, umso mehr sollten einige gelungene Beispiele hervorgehoben werden: d‘Sidlig von der Wohnbauselbsthilfe (Dorner\Matt), Schulgasse in Dornbirn von Rhomberg Bau (Baumschlager Eberle), Feldeggstraße in Wolfurt von Klimmer Wohnbau (Huber ZT GmbH) oder die Wohnanlage Bäumle in Lochau von der ZIMA (Walser + Werle) – mit einem kommunalen „KinderHaus” im EG. Eine besondere Form der Schaffung vermietbaren Wohnraums ist jene, die durch private Investoren auf eigene Rechnung unternommen wird. Auch dafür gibt es Beispiele: So das Projekt Hof 29 von querschnitt architekten in Wolfurt oder die von Kuess und Koller bzw. Manfred Koller geplanten Projekte Schertler Kohler Quartier in Schwarzach bzw. Heinzle Berg in Götzis. Neben den Kreditvergaberichtlinien spielen in allen Bereichen des Wohnbaus auch baurechtliche Normen eine mitunter problematische Rolle. Der Thematik überbordender Normen widmen wir uns im Gespräch mit Carmen Schrötter-Lenzi, der Sektionsvorsitzenden bei den Architekt:innen der Kammer der Ziviltechniker:innen Tirol und Vorarlberg… schöne Grüße ausm Tirol Peter Oberdorfer Verschwimmende Kategorien Editorial 3
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