architektur tirol 2021/22

Aufwachraum Ein Projekt von Nina Mair Innenarchitektur Nina Mair Zahlen – Daten – Fakten Workplace, Innsbruck Bauherr: Anonym Innenarchitektur: Nina Mair Bauzeit: 2021 Schmale und enge Räume mögen auf den ersten Blick unpraktisch erscheinen, in Wahrheit entfalten sie in Form von Geborgenheit auch eine besondere Aufenthaltsqualität. Die Architektin und Designerin Nina Mair machte sich dies zunutze, indem sie einen länglichen Raum an der Fensterfront eines Innsbrucker Unternehmens in einen anziehenden Aufenthaltsbereich umfunktionierte, der erfolgreich den Versuch unternimmt, dem Büroraum eine häusliche Zone abzugewinnen. Mit natürlichem, haptischem Material, wohlkomponierten Farbklängen und einer gut durchdachten Raumakustik wird der Digitalisierung und UnStofflichkeit der zeitgenössischen Arbeitswelt ein Ort zum „Herunterkommen“ entgegengesetzt. Der lichtdurchflutete Mitarbeiterbereich dient einem rund dreißigköpfigen Team als Treffpunkt mit Speisebereich oder als Rückzugsmöglichkeit zum Sinnieren oder Entspannen. Besonders wichtig waren daher die eigens entworfenen Raumteiler, die mit Merinowollstoff bespannt und mit den corporate design Farben des Kunden bedruckt den länglichen Bereich in drei Zonen teilen: einen mittigen Essbereich mit vier Tischen, eine kleine Koje mit einem einzelnen Ohrenbackensessel und eine Lounge-Ecke mit selbst entworfenen Sesseln. Neben der ästhetischen und haptischen Qualität ging es bei der Auswahl der Materialien immer auch um die Akustik und die Verringerung der Nachhallzeit. Zum Einsatz kamen unter anderem geschlitzte Lärchenholzverkleidungen an den Betonwänden des Erschließungskerns. Die Gestaltung der Raumteiler wurde durch Elemente mit Gitterstruktur aufgelockert, an der sich Kletterpflanzen emporranken, die für ein gutes Raumklima sorgen. Auch bei der Gestaltung des Bodens wurde auf natürliches Material gesetzt. Der Teppich aus Schafwolle sorgt mit seiner groben Maschenstruktur für eine wohnliche Atmosphäre. Der dunkle Teppich markiert den Erschließungsbereich (Fluchtweg), während der hellbeige Boden die Aufenthaltszonen beschreibt. Foto: © Charly Schwarz Foto: © Charly Schwarz Foto: © Charly Schwarz 95

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