architektur tirol 2021/22

Zahlen – Daten – Fakten Neubau Fußgängerbrücke, Sölden Bauherr: Gemeinde Sölden + Ötztal-Tourismus Architektur: Architektur Walch & Partner ZT GmbH Baubeginn: Mai 2021 Fertigstellung: November 2021 Hochwassersicher und geschmackssicher Architektur Walch und Partner plante eine neue Brücke in Sölden Projekt Fußgängerbrücke Aufgrund der erhöhten Anforderungen an den Hochwasserschutz war die alte Fußgängerbrücke eine bekannte Problemstelle in der Ötztaler Gemeinde Sölden. Dabei ging es nicht nur um die Sicherheit der Passanten: sehr viele der fürs hintere Ötztal wichtigen Versorgungsleitungen wurden über diese Brücke geführt. Ein Schaden an diesem Bauwerk hätte unabsehbare Komplikationen und sehr hohe Folgekosten nach sich gezogen. So wurde im Jahr 2019 entschieden, die Brücke neu zu bauen. Architektonisch fügt sich die neue Struktur gut in das bestehende Konzept der Ortskerngestaltung ein, indem man die dominante Materialität von Stein, Holz und Schwarzstahl aufgriff und fortsetzte. Die Ausrichtung der neuen Brücke wurde so abgedreht, dass das neue TVB Bürogebäude (von OMO Architekten) optimal mit dem Dorfkern verbunden werden konnte. Die trichterförmigen Erweiterungen an den Ufern laden die Passanten geradezu zum Überqueren der Ötztaler Ache ein. Die Materialität der umgebenden Plätze wird über die Brücke gezogen und verleiht dieser damit dieselbe Aufenthaltsqualität. Durch den schichtweisen Aufbau der Brücke und die Reduktion des Tragwerkes auf ein Minimum der nötigen Höhe erscheint die Brücke leicht – ja beinahe schwebend. Der Austritt bei der nicht verrückbaren Trafostation wird durch eine Rampe und eine Treppe umspielt und so an den Vorplatz bequem angebunden. Unterhalb der Treppenanlage finden noch die Anschlüsse für künftige Veranstaltungen Platz. Das anthrazitfarbene Harfengeländer begleitet den Fußgänger auf ganzer Länge und gibt an jeder Stelle den Blick auf die Ache frei. Über ein sehr praktisches, weil flexibel handhabbares Klemmsystem können an beliebigen Stellen des Geländers Zusatzfunktionen wie z.B. E-Bikeladestationen montiert werden. Die gesamte GeländerKonstruktion wurde durchdringungsfrei auf der Brücke realisiert. Der Boden besteht aus farblich genau passendem Granitstein, der in ein Kiesbett auf der Brücke verlegt wurde. Foto: © Andreas Schindl, Reutte Foto: © Andreas Schindl, Reutte Foto: © Andreas Schindl, Reutte 7

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