architektur tirol 2021/22

Zahlen – Daten – Fakten Zentrale des Gehörlosen- verbandes Tirol, Innsbruck Bauherr: TIGEWOSI, Tiroler Gemeinnützige Wohnbau- und Siedlungs-Ges.m.b.H Architektur: Sebastian Neuschmid Baubeginn: Oktober 2019 Fertigstellung: Juli 2021 Raum für selbstbestimmtes Leben und Gemeinschaft Gehörlosenverband Tirol verfügt über ein neues Zuhause Projekt Gehörlosenverband Tirol Das nur mehr eingeschränkt nutzbare Bestandsgebäude des Gehörlosenverbandes Tirol (GVT) in der Ing.-Etzel-Straße wurde abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, der einer multifunktionalen Beanspruchung voll gerecht wird. Im Erdgeschoss sind die Büros des GVT untergebracht, in den Obergeschossen wurden 21 wohnbaugeförderte Wohnungen errichtet. Das Projekt des Architekten Sebastian Neuschmid ist als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen. Die straßenseitige Positionierung der öffentlichen Bereiche verwebt das neue Gebäude mit dem öffentlichen Raum, während die dahinterliegenden Büroräumlichkeiten für Bewohner und Beschäftigte vielseitige Kommunikations- und Arbeitsbereiche schaffen. Der Zugang zum Gehörlosenverband mit seinen Vereinen und Projekten (Beratungsstelle für Gehörlose und KommBi) sowie der Dolmetscherzentrale für Gebärdensprache und Schriftdolmetschen erfolgt über einen attraktiv terrassierten Zugangsbereich auf der südwestlichen Gartenseite. Die Wohnungen werden von der Nordostseite über einen separaten Zugang erschlossen, ein interner Übergang ins gemeinsame Foyer verbindet beide Eingangsbereiche zu einer räumlichen Abfolge. An das Foyer schließt sich ein teilbarer, flexibel nutzbarer Mehrzwecksaal an. Der vorgelagerte Terrassenbereich erweitert das räumliche Angebot und vermittelt zum Straßenraum. In der straßenabgewandten Hälfte des Erdgeschosses sind die Büro-, Beratungs- und Schulungsräume mit unmittelbarem Gartenbezug angeordnet. Die lichtdurchflutete Erschließungszone mit je zwei Stiegen und Aufzügen für die Wohnungen entwickelt sich entlang der Nordostseite, die Wohnungen selbst orientieren sich mittels großzügiger Verglasungen und Loggien auf die Südwestseite. Das Tragstruktur des Gebäudes wurde in Stahlbeton errichtet. Das Erdgeschoss ist der öffentlichen Nutzung entsprechend sehr transparent ausgestaltet, in den Obergeschossen wurde eine vorgefertigte Holzriegelkonstruktion mit großen, seriellen Fensterelementen und Holzfassade vorgehängt. Großes Augenmerk wurde in der Ausführung auf eine umfassend barrierefreie Gestaltung – sowohl im Bereich des GVT als auch der Wohnungen – gelegt. Neben den baulichen Voraussetzungen unterstützen technische Sonderausstattungen in Form visueller Hilfseinrichtungen und taktiler Leitsystemen eine möglichst uneingeschränkte Nutzung des Gebäudes für alle Mitarbeiter, Gäste und Bewohner. Foto: © Günther Wett Foto: © Günther Wett 6

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