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Obwohl sich die Lage in der Tiroler Bauwirtschaft nur langsam bessert, können wir auch heuer über einige spannende Projekte berichten. Gerade in den ländlichen Bereichen wurden Bauvorhaben realisiert, die auf ideenreiche Weise unterschiedliche Nutzungen und Sphären verbinden, im Sinne einer positiven urbanistischen Entwicklung und Belebung der Ortskerne. Während die gelungene Entwicklung des Gemeindezentrums Ebbs (Architekt Richard Freisinger) als klassische Ortskernentwicklung durch die Gemeinde realisiert wurde, entstand das Markthaus Telfs (Architekturhalle) als Projekt der örtlichen Raiffeisenbank. Es beinhaltet die Bankfiliale und vermietbare Geschäftsflächen, aber auch eine Markthalle mit Restaurant, die sich schwellenlos mit dem urbanen Raum im Zentrum der Marktgemeinde verbindet. Generationenübergreifend erscheint das neue Haus der Generationen in Tulfes (ARGE Architekturstube und DIN A4). Auf engem Raum in zentraler Lage harmonieren dank guter Planung vier Nutzungen: betreubares Wohnen, Kindergarten, Kinderkrippe und Schülerhort. Eine besondere Verbindung öffentlicher und privater Nutzung gelang durch das Projekt Dorfdomizil in Kirchbichl (Haselsberger Architekten): Zwei für Unterberger Immobilien errichtete Wohn und Geschäftsgebäude schließen eine öffentliche Fläche ein, die im Kontext des Projekts als öffentliche Treppenanlage ausgestaltet wurde. Im gemeinsamen öffentlichen und privaten Interesse liegt auch die Bewahrung der historischen Bausubstanz Tirols. So wurde die vielfach ausgezeichnete Sanierung der Burg Heinfels (Gerhard Foto: © Birgit Koell Fotografie Mitterberger Architektur) in Osttirol in Form eines PublicPrivatePartnerships umgesetzt, bereichsübergreifend (Museum und Gastronomie) aber auch epochenübergreifend: Mit klar zeitgenössischen Interventionen wurde das historische Erbe gesichert. In ähnlich unkonventioneller und verantwortungsvoller Weise gingen Wurzer Nagel Architekten bei der Sanierung der Sparkasse Rattenberg ans Werk: die historische Bausubstanz wurde bewahrt, ihr Charme freigelegt und in eine gewerbliche Nutzung eingebunden. Ein nicht nur Stockwerke, sondern auch geschichtliche Epochen verbindendes Erschließungsprojekt konnte in Schloss Ambras erfolgreich abgeschlossen werden. Der Einbau eines „elektrischen Aufzugs” (Fessler Architekten) im Schloss wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg im Auftrag von Thronfolger Franz Ferdinand geplant und – mutmaßlich – auch begonnen. Dann kam der Untergang der Monarchie dazwischen, das Projekt ruhte und wurde jetzt doch noch umgesetzt; in adaptierter Form, aber dennoch rekurrierend auf die alten, in Kurrent beschrifteten Pläne. Schöne Grüße wünscht Peter Oberdorfer Synergien und Interventionen Editorial 3
Editorial 3 Pädagogischer Außenraumbezug 6 Ein Projekt der ARGE Michael Heinlein und Alois Zierl Arche Kunterbunt 8 Ein Projekt von studio23 Öffnung nach Innen 9 Ein Projekt von Imgang Architekten Neues Wohnen am Zeillerplatz in Reutte 10 Architektur Wasle & Strele planten eine Wohnanlage der Neuen Heimat Tirol Bezug zur Wildnis 12 In Elmen plante die Architekturstube das Ausstellungs- gebäude für den Naturpark Tiroler Lech Lagerflächen mit Penthousegeschoss 14 MyPlace Selfstorage errichtete eine Filiale bei Innsbruck Zukunftsfittes Bauen in Nassereith 20 Ein Projekt von Architektur Wasle & Strele Markenarchitektur mit Erlebnischarakter 22 Das neue Porsche Zentrum Tirol öffnet seine Pforten Form in Bewegung – Zillersport 2.0 26 Ein Projekt des Architekten Günther Gasteiger Eine Siedlung mit dörflichem Charakter 30 Ein Projekt von DIN A4 Architektur Spaziergang durch die Geschichte 33 Die Sanierung der Burg Heinfels in Osttirol Raum für Altes und Neues 38 Ein Projekt von Wurzer und Nagel Architekten „Sonnblick” beim Wort genommen 44 Ein Projekt von plan form plus Spektakuläre Unterkellerung 47 Neues und Rekordverdächtiges im Hotel Fliana in Ischgl Zwischen Skipiste und Dorfzentrum 52 Der Architekt Michael Stöckl plante in Brixen i. Th. die Wohnanlage Brixen Residences Wichtige Blickbeziehungen 56 Zwei Projekte des Architekten Michael Stöckl Differenzierte Funktionalität, 62 harmonische Gestaltung In Fügen entstand ein neues Feuerwehrhaus Ankerpunkte 64 Zwei Projekte von Scharmer Wurnig Architekten Das Dreikant 68 Ein Projekt von KRAFT:WERK Architektur Goldener Schnitt 72 Ein Projekt von MARI Architektur Facettenreiche Sichtqualität 76 Rieder Bau plante und errichtete die Erweiterung des Firmensitzes von Fankhauser Estriche & Industrieboden Bürogebäude mit Hotel-Flair 80 artis plan gestaltete den Firmensitz von CASABLANCA hotelsoftware Gelungene Standortbestimmung 83 In Hopfgarten entstand die neue Zentrale der Pletzer Gruppe Elegante Paare 88 Zwei Projekte von Haselsberger Architekten Neubau der Diasbahn in Kappl 92 Die wichtigste Zubringer der Skischaukel Kappl & See Panoramablick über Berg, Burg und Tal 96 In Ladis entstand das Apartmentgebäude SUITES | Ladis Das alte und neue Gemeindezentrum von Ebbs 98 Ein Projekt des Architekten Richard Freisinger Landschaft und Wohnlandschaft 101 Zwei Projekte von Hasenauer & Kogler Architektur Inhalt 4
5 Infrastruktur und Tourismus 106 Drei Projekte aus dem Schaffen von HOTZ ARCHITEKTEN Vornehme Zurückhaltung in prominenter Lage 114 Ein Projekt von Schwaighofer + Partner Architektur Fortschreibung ländlicher Architektur 117 Drei Projekte der Architekturstube Städtische Peripherie und Ortsmitte 122 Zwei Projekte der Architekturhalle Geschosswohnbau im Grünen 128 In Jerzens errichtete Pichler Bau die Wohnanlage Mühlleite Vom zentrumsnahen Stadthaus zur 130 Wohnanlage im Grünen Drei Projekte von Pichler Bau Gemütlichkeit mit Außenraumbezug 134 Ein neuer Wintergarten entstand im Seefelder Bergresort Bündelung der Kräfte in Zams 137 Neubau Swietelsky-Bürogebäude Natürlich eingebettet im Ortszentrum 142 Neubau einer modernen Wohnanlage in Jenbach Rendezvous mit der Vergangenheit 144 Ein Projekt von NOA network of architecture Ländliche Kraftquellen 146 Zwei Projekte von Architekten Adamer°Ramsauer Im Aufzug durch die Baugeschichte 150 von Schloss Ambras Ein Projekt von fessler architekten Verborgene und sichtbare Potentiale 154 Zwei Projekte von U1architektur ZT GmbH Adaptation mit Feingefühl 162 Zwei Projekte von Architekt Dr. Egon Hosp Fotos oben (von links nach rechts): Haus im Leben, Nassereith Foto: © Alois Lafer Neubau Firmensitz CASABLANCA hotelsoftware, Schönwies Foto: © Michael Huber Wohnhaus Ellmau Foto: © Christoph Stöckl Apartmenthaus blä:kat, Ramsau Foto: © Florian Scherl Neubau Diasbahn Kappl Foto: © Doppelmayr Seilbahnen GmbH/Stefan Kürzi Neubau Swietelsky –Bürogebäude, Zams Foto: © Swietelsky AG Titelfotos (von oben nach unten): Umbau Firmenstandort Zillersport, Fügen Foto: © Zillersport Erneuerung und Sanierung des Stützpunktes der Asfinag in Zirl Foto: © Martin Vandory Neubau Porsche Zentrum Tirol, Innsbruck Foto: © Tobias Margreiter Neubau Dorfdomizil Kirchbichl Foto: © Mathäus Gartner Restauration Burg Heinfels Foto: © Zita Oberwalder Eichhof Baustufe 3 164 Ein Projekt von brenner + kritzinger architekten Neues Fassadenkleid für das 166 Haus Museumstraße 1 Baubüro Neier ZT Gmbh setzte das von Büro Henke Schreieck geplante Bürohaus in Innsbruck um Bewährte Kompetenz in vielen Sparten 170 des Hochbaus Drei Projekte von P&P Generalplaner Impressum 75 Branchenverzeichnis 177
Das Bildungszentrum Terfens entstand westlich vom Ortszentrum umgeben von kleinteiliger Bebauung. Das Gebäude enthält gleich mehrere Bildungseinrichtungen: Eine Kinderkrippe, den Kindergarten, die Volksschule, den Hort und dazu Funktionsräume wie Bibliothek und Turnsaal. In einem geladenen Architekturwettbewerb (Bewerbungsverfahren) wurde das Projekt der ARGE Michael Heinlein und Alois Zierl als Siegerprojekt ermittelt. Das Bauvorhaben wurde vom Land Tirol gefördert. Pädagogischer Außenraumbezug Ein Projekt der ARGE Michael Heinlein und Alois Zierl Projekt Straßenseitig treten zwei unterschiedlich hohe Kuben mit ähnlicher Grundfläche in Erscheinung, die versetzt zueinander positioniert wurden. Die beiden Baukörper sind durch einen Sockel mit Garten- und Untergeschoss verbunden, der unauffällig in das von der Straße nach Südosten abfallende Gelände gesetzt wurde. Das verglaste Gartengeschoss öffnet sich zur Grünfläche und Foto: © Christian Flatscher Foto: © Christian Flatscher Foto: © Christian Flatscher 6
Zahlen – Daten – Fakten Bildungszentrum Terfens Förderstelle: Land Tirol Generalplanung und Architektur: ARGE Michael Heinlein und Alois Zierl Signaletik: Proxi Design Baubeginn: Mitte 2023 Fertigstellung: Mitte 2025 Projekt wird von Süden, Westen und Osten natürlich belichtet. Die Funktionen des Schulzentrums teilen sich auf diese drei Gebäudeteile auf. Im Untergeschoss befinden sich die Tiefgarage und die zweigeschossige Turnhalle, die dann auch den Westen des Gartengeschosses beansprucht und durch dieses natürlich belichtet wird. Im Osten des Gartengeschosses wurde die dreigruppige Kinderkrippe angeordnet, die ihren eigenen Eingang und Gartenzugang mit Spielplatz besitzt. Auch der Turnsaal kann durch externe Nutzer über das Gartengeschoss oder die Tiefgarage erreicht werden. Die beiden straßenseitigen Baukörper fügen sich von der Größenordnung her in die umliegende Bebauung ein. Im dreigeschossigen Gebäude sind im Erdgeschoss die Bibliothek und der Hort angesiedelt. Weiters befindet sich dort straßenseitig der überdachte Haupteingang für die Schule mit Garderobe und dem zentralen Stiegenhaus. In den beiden Obergeschossen entstand jeweils ein Cluster mit drei Schulklassen und offener Lernlandschaft. Letzere wird auf beiden Ebenen nach Süden in Form einer Loggia ins Freie verlängert. Das niedrigere zweigeschossige Volumen enthält auf beiden Ebenen die Räumlichkeiten des Kindergartens. Dieses ist wie das Schulgebäude vom straßenseitigen gepflasterten Vorplatz aus begehbar. Im Kindergarten ist ebenfalls auf jeder Ebene ein Cluster mit jeweils zwei Gruppen angesiedelt. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem noch der Eingangsbereich mit Garderobe und ein Eltern-Kind-Zentrum. Die beiden kubischen Gebäudeteile sind durch eine Brücke miteinander verbunden, die vom OG2 der Schule auf das Dach des Kindergartens führt, wo für die Schüler eine Dachterrasse angelegt wurde. Im Innenausbau dominieren Holz- und Sichtbetonoberflächen. Weiß gefärbte Akustikpaneele sorgen für eine gute Akustik auch bei erhöhtem Geräuschpegel, in den stark frequentierten Allgemeinflächen wurde statt der Eschenböden Industrieestrich verwendet. Eine besondere Bedeutung kommt den signaletischen Farbakzenten zu, welche die unterschiedlichen Einrichtungen auf eingängige Weise voneinander trennen: rot steht für die Schule, gelb den Kindergarten und blau die Kinderkrippe. Markiert wurden unauffällige Gegenstände, die man dennoch nicht übersieht: Stiegengeländer, Lampen, Kochecken etc. So funktioniert das von der Firma Proxi Design entwickelte Leitsystem subtil im Kontext der Architektur. Ein wichtiges Entwurfsthema des Projekts stellt auch der vielfältige Außenraumbezug dar. Das Gartengeschoss öffnet sich mehrfach zum Grünraum und ist durch Vollverglasung transparent ausgeführt. Die beiden kubischen Baukörper sind mit einer hinterlüfteten vertikal aufgebrachten Holzfassade versehen und weisen ebenfalls vor allem im Erdgeschoss großflächige Verglasungen auf. Offene Grundrisse und lange Fensterbänder, die Loggien aber auch der Baukörperversatz und die Höhenstaffelung begünstigen die gute Belichtung und schaffen Ausblicke in die Umgebung. Foto: © Christian Flatscher Foto: © Christian Flatscher Foto: © Christian Flatscher 7
Projekt Zahlen – Daten – Fakten Kindergarten Schwendau Bauherr: Gemeinde Schwendau Totalunternehmer: WRS Architektur: studio23 Baubeginn: Januar 2023 Fertigstellung: Dezember 2023 Foto: © Christian Flatscher Arche Kunterbunt Ein Projekt von studio23 Das Gebäude steht orographisch links der Zillertaler Ache direkt neben dem Freizeitpark in einer günstigen und zentralen Lage. Der polygonale, mit einer dunkel lasierten stehenden Holzschalung versehene Baukörper weist eine dynamische Form auf, die mit dem eingeschnittenen Dach und dem spitz wie ein Bug zulaufenden Knick an der Ostseite an ein Schiff erinnert, das mitten im Zillertal gestrandet ist. Der schützende dunkle Holzlattenschirm öffnet sich im Bereich des Eingangs und an der Südseite zum Garten in überraschender Weise. Dahinter kommt eine zurückgesetzte zweite Fassade zum Vorschein, die ebenfalls aus vertikal aufgebrachten Latten besteht, die allerdings bunt lackiert wurden. Im rückspringenden Dachgeschoss ist das örtliche Jugendzentrum einquartiert. Diesem steht als attraktiver Freibereich eine große Terrasse von 170 Quadratmetern zur Verfügung, die ins aufgeschnittene Dach integriert ist. Im Erd- und im Obergeschoss wurden die Räumlichkeiten von Kinderkrippe und Kindergarten untergebracht. Die Gruppenräume orientieren sich jeweils nach Süden, wo sich auf beiden Ebenen vorgelagerte Terrassen bzw. Balkone befinden. Der Baukörper wurde an die Nordseite des 1700 Quadratmeter großen Grundstücks gesetzt, sodass sich im Süden eine freie Gartenfläche mit zwei großen Spielplätzen bildet. Der witterungsgeschützte Haupteingang wurde in die nordöstliche Gebäudeecke eingeschnitten, auf der Westseite gibt es zusätzlich einen Zugang, der über eine externe Treppe den Kindergarten im Obergeschoss separat erschließt. Die Gemeinde Schwendau liegt im Hinteren Zillertal und gliedert sich in insgesamt 16 Ortsteile. Die dezentrale Siedlungsstruktur erschwert die Anbindung sämtlicher Bewohner an kommunale Versorgungsleistungen. So gibt es in Schwendau, Burgstall und Auenland bereits jeweils einen Kindergarten und zuletzt wurde das Angebot um die „Arche Kunterbunt” in Hippach erweitert. Foto: © Christian Flatscher Foto: © Christian Flatscher
Öffnung nach Innen Ein Projekt von Imgang Architekten Der Neubau eines Mehrparteienhauses mit vier Einheiten entstand im Innsbrucker Stadtteil Hötting in einer prominenten Lage über den Dächern der Stadt. Zahlen – Daten – Fakten Wohnhaus Sternwartestraße, Innsbruck Bauherr: Dr. Franz Linser Architektur: Imgang Architekten ZT GmbH Fertigstellung: 2025 Projekt Inspiriert ist der Entwurf des Innsbrucker Architekturbüros Imgang Architekten durch den abgebrochenen Altbestand, ein Einfamilienhaus aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit einem markanten turmartigen Erschließungselement im Nordosten. Dieses Element wurde bei der Gestaltung des neuen Baukörpers mit aufgegriffen und durch die Verwendung der zwei unterschiedlichen Fassadenoberflächen Putz und Aluminium neu interpretiert. Um den hohen Qualitätsansprüchen des Bauherrn gerecht zu werden, wurde allerdings die Erschließung nicht kubaturschonend an der Außenseite des Gebäudes situiert, sondern, wie es dem Ort gebührt, nach innen verlegt. Dort strukturieren eine gefräste Sichtbetonscheibe mit verglasten Öffnungen und Eichenholzelementen das Treppenhaus. So kompakt der Bau Richtung Straße wirkt, so sehr löst er sich in Richtung der Gärten auf. Ein kleiner, öffentlich zugänglicher und gepflasterter Platz im Nordosten und ein durchgestaltetes Grünraumkonzept runden das Bild ab. Foto: © David Schreyer Foto: © David Schreyer 9
Neues Wohnen am Zeillerplatz in Reutte Architektur Wasle & Strele planten eine Wohnanlage der Neuen Heimat Tirol Der Zeillerplatz bildet das historische Zentrum der Marktgemeinde Reutte. Angrenzend an den Platz realisierte die Neue Heimat Tirol in einem auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden Gebäude und zwei Neubauten eine epochenübergreifende Wohnanlage, die zentrales Wohnen in Reutte ermöglicht und zugleich das Gefüge des Platzes bewahrt. Das historische Wohn- und Geschäftshaus (im Volksmund „Schautzgy-Haus” genannt) wurde im Einklang mit dem Stadt- und Ortsbildschutzgesetz behutsam in ein Wohnhaus mit sieben Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss umgebaut und saniert. Im Zuge der Sanierung ersetzte man die bestehenden Holztramdecken durch Massivdecken und errichtete das Dachgeschoss und das Dach neu, wobei die Gewölbe im Erdgeschoss erhalten blieben. Der alte Torbogen, der in den Hof führte, blieb samt Jahreszahl „1618” erhalten, noch vor 100 Jahren lebten und arbeiteten hier über 80 Bewohner. Der bestehende Hauptzugang an der Ostseite, mit nebenliegendem „Seelenfenster“*, wurde saniert und ein neuer hofseitig errichtet. Die im Erdgeschoss südlich angeordnete Gewerbefläche wird an der Gebäudesüdseite vom Untergsteig aus erschlossen. Alle Wohnungen in den Obergeschossen erhalten Balkone, jene im EG eine Terrasse. An der Westseite des Gebäudes entstanden drei Stellplätze im Freien. Westlich davon wurden zwei Neubauten errichtet, die als „Wohnen am Zeillerplatz” mit dem Schautzgy-Haus eine gestalterische und funktiProjekt Foto: © Wasle & Strele Foto: © Wasle & Strele *Das Seelenfenster: lt. Recherchen der Architekten, wurde das Seelenfenster, in der Historie immer dann geöffnet, und in der Fensterbank eine Kerze entzündet, wenn deren Hausbewohner verstorben waren und somit ihre Seele entweichen konnte. Auch ein solches Detail war den Architekten wichtig zu erhalten und sie interpretierten die Kerze mit einem Licht neu. 10
Zahlen – Daten – Fakten Wohnen am Zeillerplatz, Reutte Bauherr: Neue Heimat Tirol Architektur: Wasle und Strele ZT GmbH Reutte/Telfs Baubeginn: 2021 Fertigstellung: 2025 onale Einheit bilden. In diesem Fall wurden die Bestandsgebäude rückgebaut und durch zwei Baukörper mit 21 Mietwohnungen in Passivhausbauweise ersetzt. Diese bestehen oberirdisch jeweils aus drei bis vier Wohnebenen und sind durch zwei gemeinsame Untergeschosse verbunden. Dort befindet sich die gemeinsame Tiefgarage (UG 2) und ein gemischt genutztes UG 1 (mit Wohnungen, Abstell- und Nebenräumen). Die beiden Gebäude werden oberirdisch durch einen verglasten Zwischentrakt miteinander verbunden, welcher einen interessanten Durchblick vom Zeillerplatz in den Naturpark Lech und in die Bergwelt Hahnenkamm gewährt. Sämtliche Wohnungen sind mit Terrassen bzw. Balkonen ausgestattet. Neun der insgesamt 21 TG-Plätze sowie acht Kellerabteile sind für die Bewohner des SchautzgyHauses vorgesehen. Nebenräume wie Wasch- und Trockenraum, Kinderwagen- und Sportgeräteraum werden ebenfalls von diesen mitbenutzt. Durch den Neubau gelang es, innerstädtisch den Straßenraum zu öffnen, verbunden mit einem neuen, attraktiven, großteils begrünten Innenhof. Projekt Foto: © Wasle & Strele Foto: © Wasle & Strele Foto: © Wasle & Strele
Projekt Bezug zur Wildnis In Elmen plante die Architekturstube das Ausstellungsgebäude für den Naturpark Tiroler Lech Der Naturpark Tiroler Lech umfasst den Fluss Lech, seine Auwälder und Überflutungsgebiete. Das neue Ausstellungsgebäude des Naturparkzentrums in Elmen nennt sich „der letzte Wilde“ und widmet sich einem der letzten unregulierten Flüsse in Mitteleuropa. Es enthält eine flexibel bespielbare Ausstellungsfläche und das Café Rastzeit. Foto: © Sergio Salvemini Foto: © Sergio Salvemini 12
Projekt Zahlen – Daten – Fakten Ausstellungsgebäude‚ „der letzte Wilde“, Elmen Bauherr: Gemeinde Elmen (für den Verein Naturpark Tiroler Lech) Architektur: Architekturstube Baubeginn: 2022 Fertigstellung: 2023 Der Ausstellungsbetrieb übersiedelte von Ehrenberg nach Elmen, weil es in der Lechtaler Gemeinde bereits das Naturparkhaus Klimmbrücke gab und die Nähe des Flusses einen unmittelbaren Bezug zum Thema herstellt. Man wählte ein an der südlichen Ortseinfahrt gelegenes Grundstück mit einer alten Tankstelle, in der zuletzt ein Gastronomiebetrieb untergebracht war. Entsprechend der ökologischen Ausrichtung eines Naturparks plante und realisierte man das Bauvorhaben auf ressourcenschonende Weise. Der Bestand, in dem sich nun – in Anknüpfung an die Vornutzung – das Café Rastzeit und die Rangerstation befinden, blieb bestehen. Es wurde durch einen Holzkubus überbaut und in diesen integriert. Das Dach wird von einer Rippenstruktur aus Holzleimbindern getragen, die zusammen mit dem Stützenraster der großen Ausstellungshalle ihren eigenen Rhythmus gibt. Neben dem Fichtenholz, das innen und außen die Erscheinung des Gebäudes prägt, wurde Beton für die monolithische Bodenplatte und den mit Vordach ausgestatteten Eingangsbereich mit Foyer und Toiletten verwendet. Dieser enthält Zuschläge von lokalem Gestein, sodass Farbe und Textur der auf Sicht belassenen Flächen natürlich zur Landschaft und damit zum Entwurfsthema passen. Nach außen tritt „der letzte Wilde“ zurückhaltend und mit sparsam gesetzten Akzenten in Erscheinung. Die offene, vorvergraute Holzfassade mit der dahinter sichtbaren Traglattung stellt einen Bezug zur ländlichen Stadel-Typologie her. Markantes Gestaltungsmerkmal der Fassade sind die unregelmäßig gesetzten Fenster, die mit ihren unterschiedlich ausgeformten Trichterlaibungen den Blick der Museumsbesucher gezielt auf einzelne markante Punkte in der Landschaft richten. Die Betonpflastersteine, die ums Haus verlegt sind, gehen auf die alte Tankstelle zurück. Um die Fläche zumindest teilweise zu entsiegeln, wurden die Dorfbewohner eingeladen, nach dem Recycling eine bestimmte Menge für den Eigengebrauch zu entnehmen. Ein Teil wurde wiederverwendet, etwa für die Stellplätze und ein Teil der Fläche verwandelte sich in Wiese. Foto: © Sergio Salvemini Foto: © Sergio Salvemini Foto: © Sergio Salvemini 13
Zahlen – Daten – Fakten Neubau Filiale Myplace Bauherr: SelfStorage – DeinLager LagervermietungsgesmbH Integrale Planung: ATP architekten ingenieure Baubeginn: Mai 2024 Fertigstellung: November 2025 Der Neubau wurde vom Integralen Planungsbüro ATP architekten ingenieure in Innsbruck geplant. Das bebaute Grundstück liegt gut erschlossen an der Serlesstraße. Zwischen dem Neubau und dem Straßenraum erstreckt sich ein großer Kundenparkplatz. Ebenerdig entstanden zwei Geschäftslokale, im größeren ist eine Lidl-Filiale untergebracht, im kleineren nebenan liegt das Büro von MyPlace. Über dem witterungsgeschützten Eingangsbereich kragen markant und rot – in der Farbe des MyPlace-Logos – eingerahmt die drei Obergeschosse aus, in denen die Lagerflächen von MyPlace entstanden. Die Lagerräume gibt es in unterschiedlichen Größen von ein bis 50 Quadratmetern. Einstweilen wurde nur das erste Obergeschoss zur Gänze und das zweite Obergeschoss teilweise ausgebaut, das dritte noch gar nicht. Der sukzessive Ausbau der Lagerfläche hat den Vorteil, dass man sich den Kundenbedürfnissen eines bestimmten Standorts flexibel anpassen kann. Ein typisches Lagergeschoss ist beheizbar und von einem Raster von Erschließungsgängen durchzogen. Diese führen an den Gebäudeseiten jeweils zu Fenstern, die der Belichtung, Lüftung aber auch der Brandentrauchung dienen. Die Lagerräume selbst sind von weißen Metallwänden umschlossen und verfügen nur ab einer gewissen Größe über eigenes Licht. Die Belieferung sowohl des Supermarkts als auch der einzelnen Flächen erfolgt von einer Lagerzone an der Gebäuderückseite aus, welche wiederum durch eine mächtige Auskragung witterungsgeschützt ist. Aufgrund der Attraktivität des Standortes errichtete man auf dem dritten Obergeschoss in Holzbauweise ein zurückspringendes Dachgeschoss, das nördlich (mit Blick auf die Nordkette) und südlich große Terrassenflächen umgeben ist. Die auf Sicht belassenen Brettsperrholzelemente der Holzdecke und die gute Belichtung schaffen eine vielfältig bespielbare Innenraumqualität. Dieses hochwertige Penthousegeschoss mit separater Erschließung kann als Büro- oder Geschäftsfläche vermietet werden. Die Fassade des Gebäudes wurde im Bereich des Erdgeschosses anthrazitgrau verputzt, die drei Geschosse darüber sind rot gerahmt und mit einer mit vertikalen anthrazitfarbenen Varioschalung verkleidet. Die nördliche Frontseite ist verglast und gibt in Form eines überdimensionalen Schaufensters einen Blick frei auf die charakteristischen weißen Metallwände mit den blauen Türen. MyPlace ist ein Anbieter von Lagerflächen in allen Größen und sowohl für private als auch gewerbliche Nutzer. Das österreichische Unternehmen wurde 1999 gegründet und zählt heute im DACH-Raum bereits 75 Standorte. Die erste Filiale im Raum Innsbruck wurde nach den Plänen von ATP architekten ingenieure in Neu-Rum nahe der Stadtgrenze errichtet. Sie enthält zusätzlich im Erdgeschoss und Dachgeschoss vermietbare Geschäftsflächen. Lagerflächen mit Penthousegeschoss MyPlace Selfstorage errichtete eine Filiale bei Innsbruck Projekt Foto: © MyPlace SelfStorage Foto: © MyPlace SelfStorage Foto: © MyPlace SelfStorage 14
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Zukunftsfittes Bauen in Nassereith Ein Projekt von Architektur Wasle & Strele Projekt-Partner HIG-Huber Ingenieur Beteiligungs GmbH, Weiler K4 Architektur ZT GmbH Ein Unternehmen der Kältepol Gruppe, Natters Metallbau Platter GmbH, Zams planlicht GmbH & Co. KG, Schwaz/Vomp Schindler Aufzüge & Fahrtreppen GmbH Zentrale Österreich, Wien Die erste Aufgabe des Architekturbüros bestand in der Neuparzellierung einer gemeindeeigenen zentrumsnahen Brachfläche mit dem Fokus auf Eigenheimparzellen und eine Entwicklungsfläche für ein Wohnbauprojekt (mit integrierter gewerblicher Nutzung) zu realisieren. Als Bauherr konnte der erfahrene gemeinnützige Bauträger Frieden gewonnen werden. Das Betreuungskonzept für die Bewohner wurde von der Organisation Haus-im-Leben entwickelt. Von Beginn an war den Architekten wichtig, ein Haus zu planen, das auch in Zeiten enormer Baukostensteigerung realisierbar ist, trotzdem höchsten Wohnkomfort bereitstellt und auch den städtebaulichen Notwendigkeiten entspricht. Im Endausbau entstehen 78 Wohnungen für neues, bedarfsgerechtes Wohnen in Verbindung mit einer Arztpraxis, einer Kinderkrippe, einem öffentlichen Café und weiteren Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Großes Augenmerk wurde auf Außenlichtdurchflutung von oben und von den Seiten in die innenliegenden Allgemeinflächen im Erdgeschoss und in die Gänge der drei Wohngeschosse gelegt. Der Entwurf entwickelte sich mutig in die Höhe und öffnet sich durch einen unregelmäßigen Uförmigen Grundriss nach Süden zur Umgebung. Nach Aussage der Architekten Wasle und Strele soll das sich in zwei auseinanderlaufende Flügel Architektur Wasle und Strele ZT GmbH Foto: © Alois Lafer 20
Zahlen – Daten – Fakten Haus im Leben, Nassereith Bauherr: Tiroler Friedenswerk gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H. Architektur: Architektur Wasle & Strele ZT Gmbh – REUTTE/TELFS Baubeginn: 2023 Fertigstellung: 2025 Architektur Wasle und Strele ZT GmbH teilende Gebäude eine Umarmung darstellen, die mehrere Generationen am Ort vereint. Durch die U-Form wird nicht nur die gut besonnte südseitige Fassadenoberfläche maximiert, es bildet sich auch ein hochwertiger grüner Innenhof. Der Gebäudekomplex wirkt nach Norden kompakt und zeigt straßenseitig eine klare Adressbildung, welche die gemischte Nutzung kommuniziert. Nach Süden teilen sich die beiden Flügel und laufen zur Natur hin auseinander. Es entstand eine vielfältige Wohnlandschaft mit differenzierter Fassadengestaltung. Die zweifarbige Putzfassade (weiß und ocker) betont Vor- und Rücksprünge, nach Norden zur Erschließungsstraße hin ergibt sich das abstrahierte Bild einer dörflichen Häuserzeile. Ein Projekt dieser Art war nur möglich, weil alle Vorreiter und Beteiligten wie Gemeinde, Bauträger, Land Tirol, Haus im Leben, Baufirmen und Fachplaner und vor allem die unzähligen motivierten BauarbeiterInnen mit Herzblut daran arbeiteten, betonte Architekt Thomas Strele. Foto: © Alois Lafer 21 METALLBAU PLATTER GMBH Hauptstraße 130 · A-6511 Zams Tel. +43(0)5442/62673-0 · www.metallbau-platter.at
Zahlen – Daten – Fakten Neubau Porsche Zentrum Tirol, Innsbruck Bauherr: Porsche Immobilien GmbH Planung: Panek Architekten ZT GmbH Baubeginn: April 2025 Fertigstellung: Juni 2026 Das Gebäude liegt gut sichtbar an der Straßenecke, die Mitterweg und Exelstraße einschließen und orientiert sich mit dem geschwungenen Haupteingang diagonal zur Kreuzung. Als eines von wenigen Porsche-Zentren in Österreich ist es ausschließlich der Präsentation der Marke PorMarkenarchitektur mit Erlebnischarakter Das neue Porsche Zentrum Tirol öffnet seine Pforten Mit dem Porsche Zentrum Tirol entstand im Westen Innsbrucks ein Autohaus, das ausschließlich der Marke Porsche gewidmet ist. Der Neubau wurde im Auftrag von Porsche Immobilien GmbH vom Salzburger Büro Panek Architekten im Sinne der internationalen CI-Vorgaben der Sportwagenmarke geplant. sche gewidmet, während die anderen Konzernmarken im Osten der Stadt am Standort Hallerstraße vertreten sind. Eine weitere Besonderheit des Projektes stellt die umfangreiche Freiraumbegrünung dar. Das umfahrbare Gebäude ist mit einem breiten, biodivers bepflanzten Grünstreifen umgeben, der inmitten einer von Gewerbebauten geprägten Gegend im Westen Innsbrucks einen spürbar anderen Akzent setzt. Der Haupteingang ist – entsprechend den ausgeklügelten Porsche Markenstandards – von den charakteristischen wie Augenbrauen über die Verglasung hochgezogenen, aluminiumgrauen Alucobond-Paneelen gekennzeichnet. Der Besucher findet sich im Inneren gleich einmal auf einer Rennbahn wieder, wo einige PorscheModelle auch schon am Start stehen. Dieser Bereich des Showrooms („Raceline“) nimmt die volle Raumhöhe in Anspruch und wird durch ein breites Oberlichtband natürlich erhellt. Links liegt der Empfangsdesk und hinter den ausgestellten Autos sind mehrere große Screens positioniert, die bewegte Hintergrundbilder liefern. Porsche Inter Auto GmbH & Co Foto: © Tobias Margreiter Foto: © Tobias Margreiter
Projekt-Partner Blitzschutz Technik GR GmbH, Kolsass HB Fliesen GmbH, Mauthausen Infinitys SPA/AG, ITA-Bozen Ing. Hans Bodner Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG., Kufstein INOWA Abwassertechnologie GmbH, Marchtrenk placon Ingenieure GmbH, Mils Prommegger Baumanagement GmbH, Großarl Schneider Torsysteme Gesellschaft m.b.H., Buchkirchen Würth-Hochenburger GmbH, Innsbruck Rechts von der Raceline wird es unter einer abgehängten Decke mit Holzpaneelen gemütlich. Hier wurde mit Cafébar und Loungemöbeln ausgestattet der Porsche-Platz angelegt, an dem Kunden bewirtet und zum Gespräch gebeten werden. Der Showroom erfüllt zwei Funktionen: Er schafft eine effektvolle Plattform zur Inszenierung einer prestigeträchtigen Marke, stellt aber zugleich mit Gemütlichkeit und warmen Farben eine Wohlfühlzone für den Kunden dar, den man durch guten Kontakt und ungezwungenen persönlichen Austausch an die Marke binden will. Wichtig für diese Bindung ist auch erfahrungsgemäß, dass Werkstatt und Showroom nahe beieinander liegen. Die Trennwand zwischen beiden ist transparent verglast und die Werkstatt in Sichtqualität so ausgeführt, dass die Arbeit an den 14 extrabreiten Hebebühnen nicht nur in bester Qualität verrichtet, sondern dem Kunden auch vorgeführt werden kann. Zwischen Werkstatt und Showroom befindet sich der zweigeschossig ausgestattete Bürotrakt, der im Erdgeschoss die Besprechungsräume enthält, in denen Kunden betreut werden. Im Obergeschoss liegen die Büros. Von dort aus hat die Standortleitung rund um Peter Ensfellner vermittels einer zentral den Raum überspannenden Brücke den vollen Überblick über das Geschehen. Nach außen ist die Trennung in Werkstatt- und Verkaufsbereich durch die unterschiedliche Fassadengestaltung ablesbar. Der Showroom mit den Büros ist im Sockelbereich vollverglast und darüber mit aluminiumgrauen Alucobond-Platten verkleidet, die im Eingangsbereich nachts mit roten LED-Leisten hervorgehoben werden. Die Fassade der Werkstatt besteht aus schwarzgrauen Metallsandwichelementen, die mit ihrer gefalteten Rippung das Licht unterschiedlich reflektieren und eine dekorative Streifenoptik erzeugen. Hinter dem Gebäude wurde Passend zu dem Grünstreifen, der das Porsche Zentrum umgibt, wurde das Flachdach begrünt und mit einer leistungsstarken PV-Anlage (200kWp) bestückt, die neben dem Gebäude auch die E-Ladestation mit Strom versorgt. Durch die als separater Baukörper noch ein großes Reifenlager (für 1650 Garnituren) angelegt sowie unter einem dynamischen Flugdach die E-Ladestationen. Kombination aus Wärmepumpe, Grundwasserkühlung, Photovoltaik und Grünstrombetrieb wird insgesamt ein energieeffizienter und emissionsarmer Gebäudebetrieb gewährleistet. Porsche Inter Auto GmbH & Co KG Foto: © Tobias Margreiter Foto: © Tobias Margreiter 23
24 www.inowa.at WARTUNGSFREIE ABSCHEIDETECHNIK •Filterlos •Wartungsfrei •Betriebssicher INOWA SYSTEM H Die Anschaffung einer Ölabscheideanlage ist eine Investition mit Langzeitwirkung. Die filterlosen und damit wartungsfreien Ölabscheider von INOWA garantieren Betriebssicherheit für Jahrzehnte. VOLLBIOLOGISCHE WASSERAUFBEREITUNG Glasklares Wasser – frei von Geruch für höchste Wascherfolge INOWA SYSTEM C BIO Die vollbiologische Wasseraufbereitung von INOWA wird von der Portalwaschanlage bis zur Waschstraße eingesetzt und liefert glasklares Brauchwasser für ausgezeichnete Waschergebnisse. IHRE VORTEILE: • Geringere Verschmutzung in der Waschhalle, dadurch längere Reinigungsintervalle • Glasklares Wasser • Keine Geruchsbildung • Wartungsfreier Festbett-Bioreaktor • Kein Einsatz von Flockungsmitteln erforderlich • Längere Standzeit der Filter und der Waschanlage IHRE VORTEILE: • 100% FILTERLOSIGKEIT Ohne Plattenpakete, Siebe usw. • 15 JAHRE GARANTIE Auf die PEHD-Innenauskleidung des Beckens • 100% SICHERHEIT GEGEN ÖLAUSTRITT Permanentes Öl-Rückhaltevolumen im Havariefall
END-TO-END BAUPLANUNG UND BAUMANAGAMENT Prommegger Baumanagement GmbH | Großarl | Salzburg | prommegger.net placon Ingenieure GmbH | Gewerbepark 3 | 6068 Mils | Tel. 05223/43912 | info@placon.at | www.placon.at placon Ingenieure GmbH Planung Haus- und Elektrotechnik VEXAT Betrachtungen | § 82b Prüfungen Laserscan | Modellierung Gebäude und Technik placon Automation GmbH Automation auf Basis Loxone Energiemessungen Loxone Platinum Partner www.schneider.co.at DESIGN MITFUNKTION 25
Form in Bewegung – Zillersport 2.0 Ein Projekt des Architekten Günther Gasteiger Zillersport 2.0 erscheint mit seiner polygonalen Form als Solitär an der Zillertalstraße. Es handelt sich dabei um ein bemerkenswertes Umbauprojekt. Das bestehende Firmengebäude blieb weitgehend erhalten und wurde mit einer neuen Fassadenkonstruktion spektakulär überformt, die im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des gesamten Betriebs entstand. Architekt DI Günther Gasteiger Zillersport Unterlercher ist ein traditionsreiches Sportgeschäft, das seit über 30 Jahren besteht. Der Standort ist günstig: an der Zillertalstraße auf Fügener Gemeindegebiet. Die günstige Entwicklung des Geschäfts kann – wie so oft – an der Entwicklung des Firmengebäudes abgelesen werden. Das dreigeschossige Haus mit Satteldach wurde im Lauf der Zeit durch verglaste Anbauten erweitert und stieß irgendwann an seine Kapazitätsgrenzen, sodass nunmehr – rechtzeitig vor der Übergabe an die jüngere Generation – der Umbau realisiert wurde. Foto: © Zillersport Foto: © Zillersport 26
Architekt DI Günther Gasteiger Die Nutzung des Gebäudes sollte dabei von gemischt (private Wohnnutzung im DG, Geschäfts- und Büronutzung im EG und OG) auf rein gewerblich umgestellt werden, sodass im Dachgeschoss ein zusätzliches Geschoss als Geschäftsfläche erschlossen wurde. Weiters kämpfte man insbesondere im Bereich der verglasten Anbauten mit einem sommerlichen Überhitzungsproblem, das man entschärfen wollte. In strategischer Hinsicht bestand der Wunsch, den Umbau mit einer marketingtechnischen Neupositionierung des Geschäfts zu verbinden und die im Zuge der vergangenen Zubauten uneinheitlich gewordene Fassade des Bestands neu zu erfinden und an der Zillertalstraße einen Eyecatcher zu platzieren. Die vom Architekturbüro Upzirben unter Architekt Günther Gasteiger gefundene Lösung bewältigte die schwierige Ausgangslage mit erstaunlich einfachen Mitteln. Das Bestandsobjekt wurde weitgehend beibehalten und durch eine vorgehängte Fassadenstruktur aus eloxierten Aluminiumpaneelen an drei Seiten überformt und tritt damit für das interessierte Publikum in völlig neuer Art in Erscheinung. Der Baukörper erscheint als polygonaler und von dynamischen Schrägen durchzogener Solitär, der die dem Sport inhärente Bewegung bildlich darstellt. Auch die verglasten Bauteile des Bestands wurden beibehalten und integrieren sich in das neue Fassadenkonzept, sowohl gestalterisch als auch bauphysikalisch. Sie wurden insbesondere im Süden des Gebäudes von der neuen Aluminiumfassade so überformt, dass die Fassade als konstruktiver Sonnenschutz fungiert. Die gewählten eloxierten Alu-Paneele weisen unterschiedliche Grautöne auf, die ein lebendiges Gesamtbild vermitteln. Die Paneele sind außerdem unterschiedlich perforiert, sodass der Lichteintrag entsprechend dosiert werden kann. Während die Geschäftsflächen im Erd- und Obergeschoss erhalten blieben, wurde der im nördlichen Teil des Obergeschosses angesiedelte Bürotrakt teilweise neu organisiert. Dach und Dachgeschoss hingegen wurden komplett erneuert. Anstelle des Satteldaches wurde als Holz-Stahl-Konstruktion ein Pultdach errichtet, das bündig in die Fassadenkonstruktion integriert ist. Das Dachgeschoss wurde in leicht vergrößerter Form mit einer südlich vorgelagerten Terrasse Zahlen – Daten – Fakten Umbau Firmenstandort Zillersport, Fügen Bauherr: Josef Unterlercher KG Architektur: DI Günther Gasteiger, Mitarbeit: DI Julian Fritz Baubeginn: April 2025 Fertigstellung: Dezember 2025 Foto: © Zillersport Foto: © Zillersport 27
Projekt-Partner Eberharter & Gruber GmbH, Fügen Estriche Pertl, Tux Franz Lechner Bau GmbH, Uderns LEVA Ladenbau GmbH, Gantschier planlicht GmbH & Co. KG, Schwaz/Vomp WB-Montagtechnik GmbH, Uderns Würth-Hochenburger GmbH, Innsbruck ZT-Ingenieurbüro Gürtler, Mayrhofen offen als Geschäftsfläche gestaltet, die durch einen Niveausprung zoniert wird. Im erweiterten Teil befindet sich ein offener Loungebereich, der zusammen mit der teilweise überdachten Terrasse für Veranstaltungen und Präsentationen genutzt werden kann. Dort dominiert Industrial Chic, der das Interior Design gekonnt auf die Fassade und den neuen Firmenauftritt abstimmt. Architekt DI Günther Gasteiger Foto: © Zillersport 28
STATIK TRAGWERKSPLANUNG STAATLICH BEFUGTER UND BEEIDETER ZIVILINGENIEUR FÜR BAUWESEN DIPL. ING. H. GÜNTHER GÜRTLER ALLGEMEIN BEEIDETER UND GERICHTLICH ZERTIFIZIERTER SACHVERSTÄNDIGER A-6290 MAYRHOFEN · Zillergrundweg 567 Mobile +436763039955 · info@guertler.at Wir wünschen der Familie Unterlercher viel Erfolg! Juns 641 6293 Tux Telefon 0650/6081790 www.estriche-pertl.at info@estriche-pertl.at Metallbau und Schlosserei A-6271 Uderns am Gießen 12 Telefon 0664/1749768 und 0664/5049671 Telefax 05288/64642 E-Mail: office@wb-montageservice.at www.wb-montagetechnik.at 29
Eine Siedlung mit dörflichem Charakter Ein Projekt von DIN A4 Architektur Zahlen – Daten – Fakten Wohnanlage Postgründe Volders, 1. Baustufe Bauherr: Neue Heimat Tirol Gemeinnützige WohnungsGmbH Architektur: DIN A4 Architektur Baubeginn: 2023 Fertigstellung: 2025 Westlich der Ortseinfahrt Volders entstand auf einem langgezogenen Grundstück, das sich zwischen Bundesstraße im Norden und Klosterweg im Süden erstreckt, eine Wohnanlage der Neuen Heimat Tirol. Insgesamt verteilen sich auf fünf differenziert gestaltete Baukörper 64 Wohneinheiten. Die besondere Charakteristik des Baufeldes ergibt sich durch die ländliche Umgebung im Süden und die Nähe der Bundesstraße im Norden. Das Projekt von DIN A4 Architektur ging aus einer Machbarkeitsstudie im Auftrag der Gemeinde Volders hervor und schafft – in der ersten von zwei Baustufen – mit einem Ensemble von fünf geschickt über das Areal verteilten höhendifferenzierten Baukörpern eine dörfliche Wohnsituation mit hochwertigen, autofreien Grünflächen und einer guten Durchwegung zwischen den Gebäuden. Das mit E + 3 höchste Gebäude entstand etwas abgesetzt parallel zur Bundesstraße. Der freie Vorplatz bildet einen Puffer zum Straßenraum und wird als Parkfläche, als Zufahrt zur Tiefgarage und auch für die Positionierung der modernen Unterflur-Müllsammelstelle genutzt. Das viergeschossige Haus A schirmt die dahinterliegenden Gebäude schallschutztechnisch von der Bundesstraße ab. Die Wohnungen in diesem Gebäude werden durch einen nördlich liegenden Laubengang vor dem Verkehrslärm geschützt, die Balkone hingegen öffnen sich südlich zum ruhigen Grünraum. DIN A4 Architektur Foto: © David Schreyer 30
Projekt-Partner BA-BAU GmbH, Innsbruck Blumen Tauber GmbH, Wattens Freund GmbH, Thaur FS1 Ziviltechniker GmbH, Innsbruck HB Fliesen GmbH, Mauthausen HIG-Huber Ingenieur Beteiligungs GmbH, Weiler Ing. Hans Bodner Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG., Kufstein Würth-Hochenburger GmbH, Innsbruck DIN A4 Architektur Die fünf Baukörper schließen großflächige Innenhöfe ein, in denen sich geschützte Spielbereiche für Kinder und diverse Sitzgelegenheiten befinden. Die Durchwegung ist mit Kopfsteinpflaster ausgestattet und direkt an den südlichen Klosterweg angebunden. Von den einzelnen Höfen aus erfolgt die Erschließung der Wohnungen. Dadurch werden zufällige Begegnungen ermöglicht und die Kommunikation unter den Bewohnern gefördert. Im Sinne der dörflichen Siedlungsstruktur wurde auch ein Reihenhaustypus (Haus E) mit sechs zweigeschossigen Maisonettenwohnungen erbaut, die nach Westen über eigene Privatgärten mit Terrasse verfügen. Diese Wohnungen wurden in Holzbauweise errichtet, die restlichen Baukörper entstanden in Holz-Hybridbauweise (mit Stützen bzw. tragenden Wohnungstrennwänden in Beton). Die Fassaden sämtlicher Gebäude sind vorwiegend mit dunkel lasiertem Fichtenholz verschalt, die stellenweise vorgesehenen Putzoberflächen wurden mit hellbraunem Strukturputz ausgeführt. Foto: © David Schreyer Foto: © David Schreyer 31
Gartengestaltung Moderne Floristik office@blumen-tauber.at • www.blumen-tauber.at Lange Gasse 17 Tel. 05224/52203 Fax 05224/21230 A-6112 Wattens Bahnhofstraße 21 Tel. 05224/55780 A-6112 Wattens Hilberstraße 16 Tel. 0512/571977 A-6080 Igls 6020 Innsbruck, Anichstr. 17 Tel. +43 512 260440 Zweigniederlassung: 9900 Lienz, Hauptplatz 9 office@fs1-gmbh.at www.fs1-gmbh.at FS1 Ziviltechniker GmbH Tragwerksplanung snøhetta studio innsbruck – © christian flatscher 32 Gerne stellen wir auch Ihr Projekt in unserer nächsten Ausgabe vor, sprechen Sie uns an! Marcel Walch Mobilnummer: +43 (0) 664 5005551 Abbildung: © Bernd S. – Fotolia.com
Die wesentlichen Bauteile der Burg stammen aus unterschiedlichen Epochen: Palas und Kapelle gehören zu den ältesten erhaltenen Bauteilen und gehen ebenso wie der östliche Burggrafenturm auf die Romanik zurück. Der Westtrakt entstand in gotischer Zeit (14. Jahrhundert) und löste den Palas als Wohngebäude ab. Die Ringmauer mit den Zinnen und runden Schalentürmen wird auf das 15. Jahrhundert datiert und wurde im 17. Jahrhundert in der Zeit der Türkenkriege noch einmal verstärkt. Im 18. Jahrhundert verlor die Burg langsam ihre militärische Bedeutung. Sie ging zwischenzeitlich in den Besitz des Haller Damenstifts über und fiel nach dessen Aufhebung an den Staat, blieb aber ungenutzt. Um die Jahrhundertwende fungierte die Anlage als Kaserne der Kaiserjäger und ging in den 1930er Jahren schließlich in Privatbesitz über. Seither wurden diverse Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt. 2007 erwarb schließlich das Südtiroler Unternehmen Loacker die Burgruine. Es erfolgte die Gründung des „Museumsvereins Heinfels”, der die Restaurierunng im Rahmen eines Public-Private-Partnership umsetzte. Die Idee, die der Architekt Gerhard Mitterberger mit seinem Projekt verfolgte, bestand darin, die wichtigsten Bereiche der Burg im Rahmen eines öffentlichen Erlebnisweges zugänglich und erfahrbar zu machen. Zu diesem Zweck musste die stark Die Burg Heinfels, die größte Burganlage Osttirols, liegt im Pustertal und geht auf das 13. Jahr- hundert zurück. Nachdem sie in den letzten Jahrhunderten an Bedeutung verloren hatte und langsam verfiel, wurde sie nun restauriert und nach den Plänen des Architekten Gerhard Mitterberger als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zuletzt eröffnete zudem in der Westburg ein gastronomischer Betrieb seine Pforten. Foto: © Zita Oberwalder Foto: © Zita Oberwalder Spaziergang durch die Geschichte Die Sanierung der Burg Heinfels in Osttirol Architekt DI Mitterberger Gerhard ZTgmbH 33
Architekt DI Mitterberger Gerhard ZTgmbH Foto: © Zita Oberwalder Foto: © Zita Oberwalder Zahlen – Daten – Fakten Restauration Burg Heinfels Bauherr: A. Loacker Tourismus GmbH + Museumsverein Burg Heinfels Architektur: Architekt DI Mitterberger Gerhard ZTgmbH Baubeginn: 2015 Fertigstellung: 2026 angegriffene Substanz gesichert werden, teilweise wurden nachträgliche bauliche Veränderungen rückgebaut, etwa im Bereich des Westtrakts, um die ursprünglichen Gebäudeproportionen wiederherzustellen. Die zur Erschließung der Ruine im Rahmen eines Museumsbetriebs erforderlichen Interventionen und Erschließungsmaßnahmen wurden in zeitgenössischer Formensprache hinzugefügt. Den Auftakt des Erlebnisweges durch die Burg stellt das alte Eingangstor im Südosten der Burganlage dar, durch das man in die Vorburg gelangt. Das nicht historische Brunnenhaus wurde teilweise abgebrochen und in Holz, Sichtbeton und Glas neu erbaut. Es enthält jetzt den Kassenschalter, den alten Brunnen und viel umbauten Fels, der spektakulär den Raum beherrscht. Es gibt einen Vorgeschmack auf den pragmatischen und einfallsreichen Umgang des Architekten mit dem Vorhandenen, der den Rundgang durch die Burg in ihrer heutigen Form nicht nur historisch sondern auch architektonisch so interessant macht. Die erste wichtige Station bildet der spätromanische Burggrafenturm im Osten, der bis zuletzt bewohnt war und heute Büroräumlichkeiten enthält. Der Osttrakt wurde als Museum adaptiert und durch ein neues Besucherzentrum erweitert. Die Funktion des alten Küchenturmes in der Nordostecke des Hofes übernimmt künftig der neue Küchenturm außerhalb der Burgmauern. Die Stiegenanlage im nördlichen Zwinger ist aus Cortengitterrost frei ins Gelände bzw. in die Burg gestellt und damit reversibel. Der Bergfried wird durch eine eingehängte Scherenstiege – eine Stahl-Holz-Konstruktion – erschlossen. Auf- und Abgang sind getrennte, ineinandergeschobene Läufe im Einbahnsystem und ermöglichen trotz beengter Platzverhältnisse ein sicheres Erklimmen des Turms. Die angrenzende und teilweise eingestürzte Kapelle wurde überdacht. Die neue Kapellendecke mit den in Wellenform geschnittenen Holzleimbindern vermittelt zwischen der historischen Deckenform der romanischen Holzbalkendecke und der späteren 34
Projekt-Partner ARTESS Restauro GMBH, ITA-Percha ARTESS Restauro OG, Sillian Baumanagement Greiderer GmbH, Lienz Holzbau Harry GmbH, Sillian Mair KG/SAS des Mair Gert & Co, ITA-Niederdorf (BZ) Markus Stolz GmbH & Co. KG, Bludenz • Unteregger GmbH, Villach gotischen Einwölbung. Gerettete Fragmente alter Fresken schmücken in beeindruckender Qualität den sakralen Raum. Auf dem Dach der Kapelle entstand eine Terrasse, welche die dominante Lage der Burg im Tal begreiflich macht. Für alle Interventionen galt die Devise, alle in der Burg gelagerten und aufgefundenen Baumaterialien wieder zu verwenden (Steine, Balken, Bretter, Fenster, Türen etc.). Wo Eingriffe zur Erfüllung neuer Aufgaben notwendig waren, erfolgten diese in der Regel durch schlichte Einbauten in Stahl, Eisen, Beton, Holz oder Glas, im Einzelfall auch durch historische Rekonstruktionen, so etwa im Fall der mittelalterlichen Zisterne, die sich im westlichen Burghof befindet. Die Westburg spielt im neuen Nutzungskonzept eine zentrale Rolle, weil im dortigen Wohntrakt auf zwei Ebenen der gastronomische Betrieb untergebracht wurde. Dieser umfasst den „Rittersaal” im Erdgeschoss und die „Taverne” im Untergeschoss. Die sichtbarste zeitgenössische Ergänzung erfolgte in diesem Kontext mit dem Neubau des Küchenturms, der im Norden an die Burg mit drei Verbindungsgängen andockt und die alten Mauern durchstößt. Der Turm wurde in das steil abfallende Gelände gestellt und umfasst fünf Ebenen. Im obersten Geschoss befinden sich Küche und Toiletten, darunter das Lager sowie die Anlieferung (mit Materialseilbahn) und weitere Nebenräume. Der massive Neubau fügt sich zwanglos in das epochenübergreifende Ensemble der Burg ein, die Fassadengestaltung durch die plastische Brettsichtschalung und die gewaschene Betonoberfläche erzeugen eine Textur, die zu den rohen Burgmauern passt. Eine in Holzbauweise realisierte Neuerung stellt die Kirchenstiege dar, welche die alte Verbindung von Burg und Kirche am Fuße des Hügels wiederherstellt. Die überdachte und witterungsgeschützte Stiege bildet eine zusätzliche und wintersichere Erschließung der Burg. Sie wurde auf lediglich fünf Fundamentpunkte gestellt und überbrückt scheinbar schwebend das steile Gelände, ähnlich wie die zahlreichen Einbauten des Museums behutsam durch die Geschichte der restaurierten Burg Heinfels führen. Foto: © Zita Oberwalder Foto: © Zita Oberwalder Architekt DI Mitterberger Gerhard ZTgmbH 35
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