Das für das Gadertal typische Bauernhaus besteht aus einem gemauerten Untergeschoss und einem auskragenden Obergeschoss aus Holz woraus sich die eigentümliche Pilzform des Baukörpers ergibt. Die umlaufende Auskragung bildet den Söller, der funktionale und klimatische Aufgaben übernimmt. Das Wirtschaftsgebäude folgt derselben formalen Logik wie das Wohnhaus, ist aber durch einen ausgeprägten Trockensöller gekennzeichnet, dessen Brüstung aus Trag- und Querbalken gefügt ist. Das sanierte Gebäude bestand aus zwei Wohneinheiten im Erd- und Obergeschoss, deren umlaufende Balkone im neuen Fassadenkonzept den Trockensöller eines Wirtschaftsgebäudes imitieren und dem Baukörper eine klare typologische Lesbarkeit verleihen. Im ausgebauten DachgeArch. Alan Clara Im Kontext eines alten Weilers Ein Projekt des Architekten Alan Clara Ein bemerkenswertes Erweiterungsprojekt wurde im Weiler Vì in Campill/St. Martin in Thurn umgesetzt. Ein in den 80er Jahren errichtetes Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten wurde saniert und der Dachboden zu einer dritten Wohneinheit ausgebaut. Bauvorhaben in den historischen Weilern des Gadertals unterliegen strengen gestalterischen Auflagen. Im vorliegenden Projekt wurden diese nicht als Einschränkung, sondern als konzeptionelle Grundlage verstanden und konsequent in den Entwurf integriert. Foto: © Alex Moling Foto: © Alex Moling 90
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