architektur südtirol 2025/26

Aufgrund des großen Zuspruchs der Fahrgäste wuchsen im Lauf der Jahre die Ansprüche an die Kapazität der Seilbahn, und auch die Einbindung der Talstation in das Bozner Verkehrsnetz erschien verbesserungsbedürftig. Deshalb entschieden sich die Provinz Bozen und die STA (Südtiroler Transportstrukturen AG), die Bahn grundlegend zu erneuern. Die Planung des Projekts erfolgte nach gewonnenem Architekturwettbewerb durch den Bozner Architekten Marco Sette. Die neue Anlage erhöht die Beförderungskapazität um 95% gegenüber der vorherigen Anlage. Sie wird den Transport von 270 Personen pro Stunde ermöglichen und eine um 25% verkürzte Fahrzeit auf etwas mehr als sechs Minuten. Talstations- und Bergstationsgebäude werden ebenfalls neu errichtet. Die Talstation fügt sich reflektiert in die hügelige Landschaft ein, die mit Weinreben bepflanzt und mit Trockenmauern aus lokalem Stein terrassiert ist. Die Architektur des neuen Talstationsgebäudes greift diese Eigenheiten auf originelle Weise auf. Es ruht auf einem Sockel aus gestocktem Beton, der mit Porphyrzuschlägen versehen wurde. Von diesem hebt sich der mit vertikalen Cortenstahllamellen verkleidete Gebäudeteil ab, in dem sich die Seilbahntechnik befindet. Die Innenräume sind auf mehrere Ebenen verteilt und beherbergen den Ticketschalter, den Warteraum, die Toiletten, geräumige Aufzüge und einen integrierten Technikbereich. Vor dem Talstationsgebäude entsteht ein mit Bäumen bepflanzter und mit Porphyr gepflasterter Platz. Die Anbindung an die Stadt wird durch einen neuen Radweg, der einen sicheren und funktionalen Zugang zum Bahnhof gewährleistet sowie durch umgestaltete Bushaltestellen verbessert. Die Bergstation, die teilweise unterirdisch angelegt und in die bewaldeten Hügel oberhalb von Jenesien integriert ist, bietet mit der großen Panoramafensterfront und der vorgelagerten Aussichtsterrasse einen beeindruckenden Blick auf das Etschtal. Die Entscheidung für eine begrünte Überdachung der Tal- und Bergstation fördert die Biodiversität. Photovoltaik-Dächer, hocheffiziente Anlagen, umweltfreundliche Materialien, Regenwassernutzung, energiesparende LED-Beleuchtung und die Energieeffizienz der Gebäude zeugen von einem bewussten Umgang mit den Ressourcen und gewährleisten außerdem eine ausgewogene Einbindung in die natürliche Umgebung. Projekte Rendering: © Davide Lorenzato Rendering: © Davide Lorenzato 7

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