architektur rhein-main 2025

Zahlen – Daten – Fakten Bauherr: Magistrat der Stadt Wächtersbach Bürgermeister Andreas Weiher, Wächtersbach Architektur: Arbeitsgemeinschaft Architekt von Soden, Nordheim v.d.Rhön und Pankratz + Partner I Architekten mbB, Petersberg Fertigstellung: 2020 Pankratz + Partner Architekten mbB Denkmalgerechte Instandsetzung und Umnutzung des Schlosses Wächtersbach Seit über fünf Jahren wird das sanierte Schloss Wächtersbach nun mit neuem Leben gefüllt, ist mit der Stadtverwaltung der Mittelpunkt für viele BürgerInnen und wurde somit zum neuen eindrucksvollen Wahrzeichen der Stadt. Der Weg zur offiziellen Rathausadresse „Schloss 1“ war weit. Neben bedeutsamen archäologischen Funden, wie zum Beispiel Konsolsteinen einer früheren Zugbrücke, den Fundamenten des Bergfrieds, zuvor überbauten Kastellmauern mit Putz und Malerei, kamen auch umfangreiche Bauschäden und hausschwammbefallene Decken zu Tage, die denkmalgerecht saniert werden mussten. Ursprung des Schlosses Das weitgehend aus dem 15. Jahrhundert stammende Schloss ist eines von über 240 Projekten, welches die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von LottoHessen fördern konnte. In seiner wechselvollen Geschichte war die einstmalige Burg Residenzschloss der Fürsten von Ysenburg bis zum Großbrand 1939, nach dem Wiederaufbau Verwaltungsgebäude, nach dem Krieg behelfsweise Alten- und Pflegeheim, Förderschule für Spätaussiedler und Internat des Deutschen Entwicklungsdienstes bis 1977. Zuletzt stand es für bald 40 Jahre leer und verfiel zusehends, bis es auf Initiative des Landesamts für Denkmalpflege Hessen von einem Investor und nachfolgend von der Stadt Wächtersbach erworben und gerettet wurde. Die dreigeschossige Vierflügelanlage mit zwei von Welschen Hauben bekrönten Ecktürmen umrahmt einen nahezu quadratischen Innenhof. Den Putzbau gliedern im Erd- und ersten Obergeschoss symmetrisch angeordnete, von Natursteingewänden gerahmte Zwillingsfenster, im zweiten Obergeschoss wurden Hochrechteckfenster eingebaut. In den Ecken haben sich Grundmauern aus romanischer Zeit erhalten. Die Anlage wurde einst in vier Phasen ausgebaut. Über dem hochrechteckigen, zweiflügeligen Eingangsportal sind die Wappen der Ysenburger Fürstenfamilie angebracht. Rettung des Schlosses Auf Initiative des Ersten Stadtrates Andreas Weiher und des Kreisbauamtes wurde 2010 mit Einschaltung des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (LfDH), ein Auftrag zu einer Studie an das Architekturbüro Müller + von Soden aus Fulda vergeben. Die Zielsetzung war, ein Konzept zur Sicherung des Gebäudes vor weiterem Verfall und zur Wiederherstellung und Wiederbelebung von Schloss und Schlossareal zu entwickeln. Foto: © Pankratz + Partner I Architekten mbB Foto: © Pankratz + Partner I Architekten mbB Vorher 26

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